Tui startet neues Online-Portal Touropa - Anteil der Pauschalreisen geht zurück
Virtuelle Veranstalter erobern den Markt

In der Reisebranche verschärft sich die Diskussion über schleichende Einbußen bei der Pauschalreise. Immer mehr Touristik-Anbieter investieren deshalb erheblich ins E-Business: Was L’Tur-Gründer Karlheinz Kögel mit der deutschen Internet-Plattform „Flyloco“ vorgemacht hat, findet zum Start der weltgrößten Reisemesse ITB viele Nachahmer.

HB FRANKFURT/M. So schickt Europas Marktführer Tui seit Donnerstag den Online-Anbieter Touropa ins Rennen, der Hotels, Flüge und selbst zusammengestellte Reisen via Internet oder Call-Center anbieten will. Der deutsche Rivale Thomas Cook (u.a. Neckermann) kontert auf seiner eigenen Website mit der Buchungsplattform „Mix & Travel“, die das Buchen einzelner Reisebausteine erlaubt. Mit der Kölner Werbegruppe Ströer („weg.de“) wagt sich zur ITB gar ein Branchenfremder ins schwierige, weil seit Jahren renditeschwache Touristikgeschäft.

Die neuen „virtuellen Anbieter“ verzichten auf die in der Branche üblichen Reisekataloge: Die sonnigen Angebote werden allein im Internet präsentiert und können auch nur online gebucht werden. Damit übernehmen sie das Erfolgsmodell der Billigflieger, die mit dem Internet einen konkurrenzlos günstigen Vertriebsweg aufgezeigt haben: Reiseanbieter, die nur noch per Mausklick verkaufen, sparen sich nicht nur die aufwendige Katalogproduktion, sondern darüber hinaus auch die Provision an die Reisebüros. Kein Wunder, dass der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) warnend den Finger hebt: „Die deutliche Mehrzahl der Reisenden wünscht weiterhin eine Beratung”, sagt dessen Präsident Klaus Laepple. Eine Urlaubsreise, bei der es um viele Details gehe, sei mit der Buchung eines Billigflugs von A nach B nicht vergleichbar.

Der Sparzwang der Branche, die nach drei Jahren Krise noch ihre Wunden leckt, lässt viele Manager dennoch auf den Internet-Zug aufspringen: Der Online-Umsatz habe sich zuletzt „explosionsartig entwickelt“, sagte Tui-Vorstandschef Michael Frenzel kürzlich der Wirtschaftswoche. Frenzel geht davon aus, dass sich der Reisemarkt in Zukunft dritteln wird - mit etwa gleich großen Teilen für die Segmente klassische Pauschalreise, Internet-Reise und den selbst organisierten Urlaub.

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