Tui-Tochter
Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd ist perfekt

Nach einer monatelangen Hängepartie ist der Verkauf der Traditionsreederei Hapag-Lloyd durch den Reisekonzern Tui an ein Hamburger Bieterkonsortium abgeschlossen. Das Unternehmen kassiert dafür aber deutlich weniger Geld als ursprünglich erwartet.

HB HANNOVER. Der Unternehmer und neue Großaktionär Klaus-Michael Kühne wie auch die Tui bestätigten am Dienstag den Vollzug. Kühne kündigte in der "Welt" angesichts der Wirtschaftskrise einen harten Sparkurs an.

Tui hatte im März 2008 beschlossen, sich von der Containerschifffahrtssparte Hapag-Lloyd im Wert von 4,45 Milliarden Euro zu trennen und im Oktober dem Bieterkonsortium Albert Ballin den Zuschlag erteilt. Zu dem Konsortium gehören der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, die Privatbank M.M. Warburg, die Hanse Merkur, die Signal Iduna, die HSH Nordbank und die Stadt Hamburg. An die Tui fließen 1,6 Milliarden Euro. Das sind 400 Millionen Euro weniger als ursprünglich erwartet. Dennoch baute die Tui-Aktie nach Bekanntwerden der Nachricht ihre Gewinne auf sechs Prozent aus.

Tui bleibt mit rund 43 Prozent der Anteile größter Einzelaktionär. Außerdem bietet der Konzern der Tochter Hapag-Lloyd Kredite bis zu 1,1 Milliarden Euro, damit die Reederei in Zeiten niedriger Transportpreise finanziell flüssig bleibt. Die Verhandlungen hatten sich hingezogen, weil das Konsortium Probleme mit der Finanzierung bekommen und dem Touristikkonzern deshalb eine Reihe von Erleichterungen abgerungen hatte. Nach früheren Plänen sollte der Anteil der Investoren 10 Prozent höher sein als jetzt vereinbart.

Ein Teil des Kredits soll die Lücke füllen, die abspringende Hapag-Geldgeber verursachen. Ein Bankenkonsortium hatte der Reederei einen 750-Millionen-Dollar-Kredit für den Kauf von 29 Schiffen des Mutterkonzerns Tui gewährt. Die im Zuge der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of Scotland, die etwa 100 Millionen davon gezeichnet hatte, hat sich Kreisen zufolge nun aber zurückgezogen.

Kühne sagte, die Reederei müsse nun "kräftig abspecken. Und dabei darf es keine Tabus geben." Damit schließe er einen Personalabbau nicht aus. Vor allem brauche Hapag-Lloyd dringend eine Strategie für die Zukunft, die auch Zusammenschlüsse und Allianzen beinhalten müsse.

Hapag-Lloyd ist die nach Kapazität fünftgrößte Reederei der Welt in der Containerschifffahrt. Sie zählt rund 150 Schiffe und mehr als 8 000 Beschäftigten weltweit.

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