Tui will das eigene Kreuzfahrtgeschäft umbauen und aufwerten
Reisekonzern Tui bittet die Aktionäre zur Kasse

Der Touristikkonzern Tui ist auf dem Weg, die Schifffahrtssparte der Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd auszubauen, einen großen Schritt vorangekommen. Europas größter Reisekonzern beschloss eine Kapitalerhöhung über rund eine Milliarde Euro, um die avisierte Übernahme der Reederei CP Ships finanzieren zu können.

ebe/rob/ali FRANKFURT/PARIS. Die Aktienemission wird von den Konsortialführern Citigroup, Deutsche Bank und HVB Corporates & Markets garantiert und soll auch dann durchgezogen werden, wenn der Deal mit CP Ships noch platzen sollte. Weitere 700 Mill. Euro des rund 2 Mrd. Euro schweren Übernahmeangebots will die Tui über eine Bankenfinanzierung sicherstellen. Der Vorstand der britisch-kanadischen Reederei hat bereits die Annahme der Tui-Offerte empfohlen.

Die spanische Hoteliersfamilie Riu will sich als einer der größten Einzelaktionäre von Tui an der Kapitalerhöhung des Touristikkonzerns beteiligen. „Riu geht entsprechend seines Anteils von 5,1 Prozent die Kapitalerhöhung voll mit“, sagte eine Riu-Sprecherin. Der andere spanische Großinvestor, das Kreditinstitut Caja de Ahorros del Mediterraneo, hat sich dagegen noch nicht festgelegt, wie das Handelsblatt aus Bankenkreisen erfuhr. Eine weitere wichtige Aktionärsgruppe sitzt in Großbritannien, wo Tui morgen seine Road-Show fortsetzen wird. Das Unternehmen, das bei der Übernahme von Greenhill und Citigroup beraten wird, muss aber vor allem die deutschen Anleger überzeugen: Sie halten mehr als 50 Prozent der Konzernanteile. Mehrere Analysten hatten sich kritisch zu den Plänen geäußert und die Tui-Aktie herabgestuft.

Tui will nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ bei einem Erwerb von CP Ships das eigene Kreuzfahrtgeschäft umbauen und aufwerten. Die Kreuzfahrtsparte von Hapag-Lloyd solle abgetrennt und der Tui-Hotelsparte angegliedert werden, berichtete das Magazin unter Berufung auf Konzerninsider. Ein Tui-Sprecher wollte den Bericht nicht bestätigen und sprach von einer „Spekulation“.

Die neuen Tui-Aktien sollen zum Preis von 14,20 Euro erhältlich sein. Am Freitag schloss das Papier bei 19,12 Euro. Angesichts der Größe der Kapitalerhöhung fällt der Abschlag nach Abzug eines Bezugsrechts von rund 1,50 Euro mit 21 Prozent kräftig aus. So lag etwa der Abschlag der Kapitalerhöhung bei der Hypo-Vereinsbank im Frühjahr 2004 unter 20 Prozent.

In französischen Medien wird unterdessen weiter über ein mögliches Gegenangebot der Reederei CMA CGM spekuliert. Die familiengeführte Reederei aus Marseille hatte bereits Anfang August ihr Interesse an CP Ships bekundet.

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