Turbulenzen
Rekordölpreis: US-Airlines in Not

Die rasante Rekordjagd der Ölpreise stürzt Fluggesellschaften weltweit in Turbulenzen. Besonders schwer unter Druck kommen die ohnehin angeschlagenen US-Airlines. In ihrer Not streichen sie jetzt massiv Verbindungen, erhöhen immer neue Zuschläge und flüchten sich in Fusionen. Wie sich deutsche und europäische Airlines gewappnet sehen.

HB NEW YORK/FRANKFURT. Jüngstes Beispiel: Die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines kürzt die Zahl ihrer Flüge in den USA drastisch und will viele Maschinen stilllegen. Die führenden deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin planen dagegen nach Aussagen vom Donnerstag vorerst keine Änderungen.

American Airlines verlangt nun schon für den ersten aufgegebenen Koffer zusätzlich zum Ticket 15 Dollar. Weltweit könnten weitere Anbieter folgen, meinen Experten. Den zweiten Koffer berechnen bereits viele Airlines extra - in den USA mittlerweile alle großen Gesellschaften. Treibstoff-Zuschläge auf den Ticketpreis sind weltweit ohnehin die Regel - Tendenz ebenfalls ständig steigend. US- Fluggesellschaften sind im Gegensatz zur europäischen Konkurrenz wegen des schwachen Dollar doppelt stark betroffen.

Die Lufthansa will wegen der Spritpreise vorerst weder Ticketpreise anheben noch Flüge streichen. "Wir sind gut darauf eingestellt", sagte ein Sprecher der deutschen Nummer eins in Frankfurt. Die Lufthansa schütze sich gegen Ölpreissprünge mit Termingeschäften und habe 85 Prozent des Spritbedarfs zu einem entsprechend niedrigeren Preis abgesichert. "Wir können den starken Anstieg abfedern", sagte der Sprecher. Treibstoff ist der größte Kostenblock, der sich 2007 bei der Lufthansa auf 3,9 Mrd. Euro belief.

Auch bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin gibt es derzeit keine Pläne, Flüge zu streichen. Eine Sprecherin sagte, die europäischen Airlines hätten ihre Streckennetze schon vor einiger Zeit der Nachfrage angepasst. Die Konsolidierung des Marktes in Europa sei weiter fortgeschritten als in den USA. Air Berlin hatte zuletzt Mitte Mai die Kerosinzuschläge um vier bis fünf Euro pro Flug erhöht. Für Inlandsverbindungen liegt er jetzt bei 22 Euro, für Mittelstrecken bei 32 Euro und für Langstrecken bei 85 Euro.

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