Turkish Airlines

Staats-Airline feuert Beschäftigte nach Putschversuch

Turkish Airlines hat nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei über 200 Beschäftigte entlassen. Sie sollen Verbindungen zur Gülen-Bewegung haben. Auch andere türkische Unternehmen feuern Mitarbeiter.
Update: 25.07.2016 - 15:26 Uhr
Die staatliche Fluggesellschaft hat sich laut Medienberichten von zahlreichen Mitarbeitern getrennt. Quelle: Reuters
Turkish Airlines

Die staatliche Fluggesellschaft hat sich laut Medienberichten von zahlreichen Mitarbeitern getrennt.

(Foto: Reuters)

IstanbulDie staatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines hat nach dem Putschversuch in der Türkei 211 Beschäftigte entlassen. Betroffen seien Flugbegleiter, Mitarbeiter in der Verwaltung und im Management, berichtete die Zeitung „Sabah“ am Montag. Grund für die Entlassung sei, dass die Mitarbeiter Verbindungen zur Gülen-Bewegung hätten, teilte Turkish Airlines mit. Das sei Teil der Maßnahmengegen die Bewegung des Predigers.

Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden Kleriker Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich und geht massiv gegen dessen mutmaßliche Anhänger vor. „Sabah“ zufolge fiel die Entscheidung, die Airline-Beschäftigten zu entlassen, bereits am Sonntagabend. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, unter den Entlassenen sei der Vizedirektor für Finanzangelegenheiten der Airline.

Auch andere Unternehmen sind von der Entlassungswelle im Zuge des Putsches betroffen. Der Festnetz-Betreiber Türk Telekom teilte mit, am Freitag seien 198 Mitarbeiter „in Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften“ entlassen worden. Einige Manager seien verhört worden. Der türkische Staat hält 30 Prozent an dem Unternehmen.

Seit dem Putschversuch von Teilen des Militärs Mitte Juli wurden bereits mehr als 60.000 Soldaten, Polizisten, Richter, Lehrer und Beamte entlassen, festgenommen oder sind Ziel von Ermittlungen.

Mehr als 40.000 Festnahmen in der Türkei
Zehntausende Türken von Säuberungswelle betroffen
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach dem gescheiterten Militärputsch im Juli hart durgegriffen. Von der „Säuberungswelle“ sind bislang Zehntausende Menschen betroffen. 79.900 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hätten ihre Jobs verloren, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am späten Mittwochabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Mehr als 40.000 Menschen festgenommen
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40.029 Menschen seien festgenommen worden, gegen 20.355 von ihnen sei Haftbefehl ergangen, sagte Yildirim weiter.

Zahlreiche Firmen geschlossen
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Zudem wurden 4262 Firmen und Einrichtungen geschlossen, weil sie mit dem Prediger Fethullah Gülen zusammengearbeitet haben sollen. Die türkische Regierung sieht Gülen als Drahtzieher des Putsches.

Tausende Unternehmen müssen noch zittern
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Ermittler des  Finanz-, Innen- und Justizministeriums seien dabei, rund 4000 Gülen-nahe Firmen und Organisationen zu durchleuchten, schrieb kürzlich die regierungsnahe Zeitung „Sabah“. Unternehmer, die Gülen finanziell unterstützten, müssen mit Anklagen wegen Geldwäsche und Beihilfe zum Terrorismus rechnen. Betroffen von den Säuberungen in der Geschäftswelt war unter anderem der Boydak-Konzern. Das Familienunternehmen ist im Energie- und Finanzsektor aktiv. Der Firmenchef Mustafa Boydak und weitere Manager des Familienunternehmens wurden festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Säuberungen betreffen auch die Finanzwelt
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Die Behörden hatten bereits unmittelbar nach dem Putschversuch Gülens Finanznetzwerk ins Visier genommen und die Bank Asya geschlossen. Das wichtigste Geldinstitut der Bewegung soll liquidiert werden.

Angebliche Gülen-Anhänger im Visier
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Die von Erdogan durchgesetzten „Säuberungen“ richten sich gegen Anhänger von Fethullah Gülen (Foto) in Polizei, Militär, Justiz, Verwaltung, Bildungswesen und Medien.

Zahlreiche Zeitungen geschlossen
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Mehr als 130 Zeitungen und andere Medien wurden ebenso geschlossen wie Schulen und Universitäten. Gegen Dutzende regierungskritische Journalisten gab es Haftbefehle.

  • rtr
  • dpa
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