TV-Kritik Markencheck: Was ARD und Aldi unterjubeln

TV-Kritik Markencheck
Was ARD und Aldi unterjubeln

In seinem zweiten „Aldi-Check“ pfeift die ARD auf aktuelle Hintergründe und schreibt lieber den bekannten Discount-Mythos fort. Erkenntnisfördernd ist das nicht, sondern eher an der Grenze zur Zweifelhaftigkeit.
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DüsseldorfOffensichtlich gehört es zu den letzten Mutproben unserer Zeit, als Jugendlicher abends aufs Partyschiff zu gehen und dabei ausschließlich Discounter-Kleidung zu tragen. Insofern war „Der Aldi-Check“, den das Erste am Montagabend zum Abschluss seiner neuesten „Markencheck“-Staffel zeigte, zumindest für die Studenten eine Grenzerfahrung, die vom WDR zur Hippness-Verweigerung angestiftet wurden. Damit die übrigen Partybesucher urteilen können, ob der Aldi-Look heraussticht. (Im Gegenteil, lautete das Ergebnis.)

Die übrigen vierzig Minuten, mit denen die Verbraucherreportage Deutschlands erfolgreicher Billigkette auf die Schliche kommen wollte, entpuppte sich allerdings bloß als Wiederholung der schönsten Aldi-Mythen.

Ja, von den Gründern gibt es nur wenige Fotos. Ja, das Unternehmen reagiert allergisch auf kritische Fragen von Journalisten. Ja, hinter vielen Produkten stecken bekannte Markenhersteller. Und ja, Aldi pflegt leider einen fragwürdigen Mitarbeiterumgang. Alles bekannt. Aber kein Grund, damit nicht noch mal Quote zu machen.

Keine zwei Jahre ist es her, dass der erste „Aldi-Check“ im Fernsehen lief, damals noch im Dritten Programm des WDR. Nach dem Transfer der „Markenchecks“ ins Erste erzielten die Ausgaben über Supermärkte und Discounter stets die stärksten Marktanteile beim Publikum. Die Konkurrenz fühlte sich genötigt nachzuziehen – ganz wie im Handel. Anfang April brachte das ZDF „Aldi gegen Lidl – Das Duell“ auf den Schirm, mit Testessern, bekennenden Aldi-Fans und leichtsinnigen Discount-Vertrauern. Der WDR-Nachklapp hatte dem nun kaum etwas hinzuzufügen.

Damit das nicht so auffällt, baute die Redaktion vor einem Aldi-Markt, in dem sie nicht drehen durfte, ihren eigenen Discounter auf. Dort durften dann treue Aldi-Fans Produkte aus der Erinnerung auf die richtigen Regalplätze sortieren und „Testeinkäufe“ erledigen. Dass der Aldi-Reis vom schlauen Kamerateam vorher gegen den von Lidl ausgetauscht worden war, merkten nur wenige. Das reichte der Redaktion für das mutige Fazit: „Aldi könnte seinen Kunden so manches unterjubeln!“ Fürs Fernsehen gilt das aber auch.

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Pflichten erfüllt, mehr nicht

Kommentare zu " TV-Kritik Markencheck: Was ARD und Aldi unterjubeln"

Alle Kommentare
  • Hallo? Es geht hier in erster Linie um Quoten, weniger um Qualität. ARD&ZDF müssen sich eben dem Null-Niveau TV der privaten Konkurrenz anpassen.

  • Du guckst wahrscheinlich 'Mitten im Leben' und 'Barbara Salesch' und bist überzeugt, dass es sich dabei um seriös recherchierte Sendungen handelt. Und so jemand will mir erzählen, dass Sendungen, wie 'Markencheck' Springer Niveau hätten. Ich lach' mich tot....:-)

  • Schreiben Sie doch mal Ihren Namen und Adresse unter diesen Kommentar :-)

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