TV-Kritik WDR-Markencheck Obi
Ein Mitarbeiter auf 2000 Quadratmetern

Im WDR-Markencheck treten Fachhändler in der letzten Extra-Ausgabe gegen Obi an. Der Service und das Know-how der Einzelhändler bringen ihnen – wie zu erwarten – deutliche Pluspunkte. Trotzdem kann der Test überraschen.
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Er grillt Würstchen im Garten, während sie unzufrieden die Hecke trimmt. Unzufrieden, weil ihr eigentlich der Zustand der Terrasse nicht gefällt. Jetzt muss ein Hochdruckreiniger her, um die Dame des Hauses wieder glücklich zu machen.

Was die Ausgangsszene für einen Werbespot sein könnte, ist der Anfang der letzten Extra-Ausgabe des WDR-Markenchecks. Im Test treten Fachhändler für Farbe, Badausstattung und Gartengeräte gegen Obi, mit 340 Filialen Deutschlands größten Baumarkt, an. Der Markencheck-Reporter drückt dem jungen Herren am Grill den Hochdruckreiniger der Obi-Hausmarke in die Hand. Die Frau erhält ein dreimal so teures Exemplar aus dem Fachmarkt. Während aus dem Gerät ihres Gatten ein Strahl Wasser wie aus einem Wasserhahn kommt, ist sie gleich fertig, die Terrasse wieder sauber. Zugegeben, dieses Ergebnis der ersten Szene war abzusehen: Teure Qualität schlägt billige Massenware. Ein paar Überraschungen hält der Markencheck dennoch bereit.

Die Kategorien des Tests: Qualität, Zeit und Preis, Regio-Faktor, Rat und Tat. Repräsentativ ist der Test nicht, aber das ist wohl auch nicht der Anspruch der WDR-Journalisten. 

Um es vorwegzunehmen, die Fachhändler gewinnen mit ordentlichem Vorsprung, zumindest wenn man dem Urteil von Hochzeitspaaren, einer Frauenfußballmannschaft, zwei hübschen Freundinnen, zahlreichen Sachverständigen und einer Familie mit Kindern glauben will.

Lustig und lebendig ist ein Test vor einem Standesamt: Das Kamerateam baut sich vor einem jungen Brautpaar auf. Angst, Ungläubigkeit und das Bedürfnis, wegzulaufen, stehen auf den Gesichtern der Frischvermählten. Hinter ihnen blockiert die festliche Gesellschaft die einzige Fluchtmöglichkeit. Die Reporterin sagt: „Vielleicht wissen Sie das ja, für die Brautpaare bringt es sehr großes Glück, wenn Sie zusammen, zu zweit einen Holzstamm durchsägen.“ Gleichzeitig führt ihre rechte Hand eine Sägebewegung aus. Das Paar guckt sich misstrauisch an. „Ok, können wir machen“, sagt die Braut.

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Ein Mitarbeiter auf 2000 Quadratmetern

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Kein Wunder, dass der Kunde bei Obi länger sucht

Kommentare zu " TV-Kritik WDR-Markencheck Obi: Ein Mitarbeiter auf 2000 Quadratmetern"

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  • ein passendes Beispiel dafür, dass der stationäre Handel noch längst nicht kapiert hat, das Handel zukünftig, nicht ausschließlich, aber viel stärker online geht. Bei Obi glaubt man vielleicht die Internetseite mit Shoppingfunktion reicht aus, dass wird die Zukunft zeigen.

  • Das ist keine TV-Kritik. Das ist zu 95% eine Inhaltsangabe dessen, was man im TV sehen konnte. Selbstgestellte Aufgabe verfehlt.

  • Mitarbeitermangel besteht allerdings in allen bekannten Baumärtkten.... Leider passendes Beispiel vor Kurzem ( bei OBI ): Beratung gesucht, innerhalb von 30 min einen Mitarbeiter 3 x ausrufen lassen, nach 40 min ohne etwas gekauft zu haben ( oder den zuständigen Mitarbeiter gesehen zu haben )raus aus dem Baumarkt. Es gibt viele Dinge, wo man keine Beratung benötigt, kein Thema, ABER auch reichlich, wo der Kunde doch evtl. mal ´ne Frage hat, aber der Kunde wird dann "stehen gelassen" ...

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