"Typisch Deutsche Bahn"
Bahn will keine EC-Karten mehr

Ab dem ersten August akzeptiert die Deutsche Bahn für den Fahrkartenkauf in Zügen nur Bargeld oder Kreditkarten, aber keine EC-Karten mehr.

HB BERLIN. Die Ankündigung der Bahn ist bei Verbraucherschützern und dem Fahrgastverband Pro Bahn auf Unverständnis gestoßen. Das Unternehmen hat sich zu dem Schritt entschlossen, weil durch EC-Kartenmissbrauch Schäden in Millionenhöhe entstanden seien, hatte die Bahn am Donnerstag in Berlin mitgeteilt.

Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht in der Entscheidung eine Benachteiligung junger Menschen und von Fahrgästen in ländlichen Regionen. „Typisch Deutsche Bahn“, sagte der Vorsitzende der Organisation, Karl-Peter Neumann, in Berlin. „So lange nicht zu 100 Prozent garantiert werden kann, dass die Fahrkartenautomaten funktionieren, dürfte es solche Einschränkungen nicht geben“, sagte er. Vor allem junge Menschen hätten meist nur EC-Karten. Zudem seien in ländlichen Regionen Kreditkarten weniger verbreitet. Wenn die Fahrkartenautomaten nicht funktionierten, hätten die Kunden Probleme beim Fahrkartenkauf.

Das wird auch beim Bundesverband der Verbraucherschutzverbände als Problem gesehen. Sprecher Carel Mohn sagte, eine Einschränkung der flexiblen Möglichkeit des Fahrkartenkaufs sei nicht gut. EC-Karten hätten als Zahlungsmittel eine viel größere Bedeutung als Kreditkarten. Ferner hätten viele Bahnkunden nicht so viel Geld dabei, um Ticket bar bezahlen zu können.

Die Bahn argumentierte, Zugbegleiter müssten zur Gewährleistung sicherer Zahlungen mit EC-Karten während der Fahrt eine Onlineprüfung vornehmen. „Das ist aber im Zug, anders als im Reisezentrum oder an Automaten, nicht möglich.“ Derzeit werde nicht einmal jede 20. Fahrkarte während der Fahrt verkauft. Nur 10 Prozent davon würden mit der EC-Karte bezahlt.

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