Überbewerung des Immobilienvermögens beim Börsengang
Telekom droht Mammut-Verfahren

Vier Monate nach dem Mannesmann-Prozess sorgt jetzt ein weiteres Verfahren der Superlative für Aufsehen in der Wirtschaft: Tausende Aktionäre haben die Deutsche Telekom AG auf Schadenersatz in dreistelliger Millionen-Höhe verklagt. Sie werfen dem Konzern vor, bei den letzten beiden Börsengängen Anleger mit unkorrekten Verkaufsprospekten gelockt zu haben.

HB DÜSSELDORF Vor allem das Immobilienvermögen soll weit überbewertet gewesen sein und so ein falsches Bild vom Wert des Bonner Unternehmens vermittelt haben, klagen die Aktionäre.

Bei der 7. Kammer für Handelssachen ist die beispiellose Zahl von gut 2.100 einzelnen und gemeinschaftlichen Prospekthaftungsklagen anhängig, hinter denen rund 14.500 Kläger stehen. Sie werden durch mehr als 750 Rechtsanwälte vertreten. Zu den Beschuldigten gehören neben der Telekom noch der ehemalige Vorstandsvorsitzende Ron Sommer, die Bundesrepublik Deutschland und die Kreditanstalt für Wiederaufbau, aus deren Besitz die ausgegebenen Aktien stammten, sowie die Deutsche Bank, die die Emissionen der Jahre 1999 und 2000 mit organisiert hatte. Der gesamte Streitwert liegt nach einer Schätzung des Gerichts derzeit bei rund 100 Mio EUR.

Die Summe könnte sich aber noch erhöhen, da auch in der jüngsten Zeit noch Klagen eingegangen sind. Die ersten Eingaben stammen aus dem Jahr 2001, und die allermeisten beziehen sich auf die dritte Tranche an T-Aktien, die im Sommer 2000 an die Börse gebracht worden war. Die Anleger hatten damals 66,50 EUR für die Papiere bezahlen müssen - ein Kurs, der bis heute nie wieder erreicht wurde. Zahlreiche enttäuschte Aktionäre meinen, die Titel seien über Wert ausgegeben worden, und werfen der Telekom vor, in den Börsenprospekten Dinge falsch dargestellt und Risiken verschwiegen zu haben.

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