Überhöhte Preise bei Südzucker & Co.
Der Zuckerindustrie droht eine Klagewelle

Wegen überhöhter Preise droht der Zuckerindustrie in Deutschland eine Klagewelle. Bonbonhersteller Vivil fordert 1,3 Millionen Euro vom Zuckerhersteller Südzucker. Weitere Klagen liegen auf dem Tisch.
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MannheimEs ist keine leichte Zeit für die großen Zuckerhersteller: Der niedrige Preis des Rohstoffs belastet ihre Bilanz, die auslaufende Zuckermarktordnung lässt sie in eine ungewisse Zukunft blicken – und nun droht auch noch eine Klagewelle wegen überhöhter Preise. Am 3. Juli zieht zunächst Bonbonhersteller Vivil vor das Mannheimer Landgericht.

Er befürchtet, zu viel für Zucker gezahlt zu haben und verlangt von Europas größtem Zuckerhersteller Südzucker 1,3 Millionen Euro Schadenersatz. Es könnte zu noch mehr Prozessen kommen. Allein Südzucker hat nach Angaben eines Sprechers drei Klagen in dieser Sache auf dem Tisch, Details will er nicht nennen. Nordzucker sowie Pfeifer & Langen (Diamant-Zucker) wollen sich nicht dazu äußern, ob auch sie mit Klagen konfrontiert sind.

Andere Unternehmen prüfen ebenfalls Klagen, etwa der Aachener Süßwarenhersteller Lambertz. „Wir haben Akteneinsicht beim Kartellamt beantragt und werden demnächst unsere Entscheidung treffen“, erklärt ein Unternehmenssprecher.

Der Hintergrund: Im Jahr 2009 waren Wettbewerbswächter eher zufällig auf die Spur eines Kartells in der Branche gestoßen, als sie ein Fusionsvorhaben prüften. Aus Sicht des Bundeskartellamts haben sich Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen über Jahre hinweg über Verkaufsgebiete, Quoten und Preise abgesprochen. Die Behörde brummte Südzucker mit 195,5 Millionen Euro die höchste Einzelstrafe auf.

„Das interessiert natürlich die Firmen und Abnehmer der betroffenen Zuckerhersteller, da sie nunmehr geltend machen, einen Schaden aufgrund überhöhter Preise erlitten zu haben“, sagt der Hamburger Kartellrechtsexperte Bernd Fleischer von der Kanzlei Rose & Partner. Es dürfte aus seiner Sicht allerdings schwierig werden, den konkreten Schaden nachzuweisen und zu beziffern. Immerhin müssten die Unternehmen aber nicht mehr den Kartellverstoß an sich nachweisen.

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Die Branche steht vor einer historischen Reform

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  • Die Zuckerhersteller sollten sich an die in der Vergangenheit bereits regulierte Milchindustrie
    anschauen. Auch da gabs Quoten und Subventionen ohne Ende.
    Den Rübenverarbeitern stehen harte Zeiten ins Haus, ohne Zweifel; aber das ist doch schon
    seit langem bekannt.
    Es gibt - wie immer- mehrere Möglichkeiten um die Probleme zu lösen:

    1. Wenn die notwendingen Erträge nicht von außen kommen, dann muss man innen was tun,
    d.h. Verwaltungsstrukturen überarbeiten und "Wasserköpfe" abbauen, das Gehaltsgefüge
    der Vorstandschaft und die Struktur derselben und der leitenden Angestellten durchleuchten.

    2. Die Zahlungen an die Erzeuger müssen neu geregelt werden. Das war auch in der
    Milchwirtschaft so; die Bauern werden kürzer treten müssen.

    3. Neue Geschäftsfelder und Absatzmärkte erschließen. Auch die Milchindustrie musste
    vom "verdampfen" der Milch (Milchpulver) weg und marktkonforme Produkte kreieren.
    Mittlerweile werden Milchproudukte auch in Asien verkauft, zu guten Preisen.

    Also Zuckerindustrie, weg vom verkrusteten Habitus und was bewegen, die Zeiten werden
    härter.

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