Überlebenskampf der Baumarktkette
Globus lässt Max-Bahr-Belegschaft hoffen

Die Gläubiger von Max Bahr sollen am Freitag die Abwicklung der Baumärkte beschlossen haben. Trotzdem könnte ein Großteil der Häuser noch gerettet werden. Der Supermarkt-Konzern Globus ist noch im Spiel.
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FrankfurtDie Mitarbeiter von Max Bahr müssen noch einige Tage länger um das Überleben der Hamburger Baumarktkette bangen. Die Gläubiger von Max Bahr beschlossen am Freitag Verhandlungskreisen zufolge zwar die Abwicklung der 73 verbliebenen Häuser, wie drei mit den Ergebnissen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Sie ließen aber die Tür für eine Übernahme durch den saarländischen Supermarkt-Konzern Globus offen, wenn dieser sich bis Wochenbeginn mit dem Eigentümer der meisten Märkte einigt. Globus verhandelt Insidern zufolge mit der britischen Royal Bank of Scotland über den Kauf von 59 Max-Bahr-Standorten, an denen rund 3000 Menschen arbeiten.

„Allen Beteiligten ist klar, dass zeitnah eine Entscheidung fallen muss“, sagte einer der Insider. Der Abverkauf bei Max Bahr müsste spätestens Mitte der Woche beginnen, wenn sich bis dahin keine andere Lösung findet. Die Kette ist der letzte Teil des Praktiker-Konzerns in Deutschland, der nach dessen Zusammenbruch noch eine Überlebenschance hat. Eine Übernahme von Max Bahr durch den Dortmunder Konkurrenten Hellweg war vor einer Woche gescheitert.

Damit kam wieder Globus ins Spiel, obwohl das Familienunternehmen sich zuvor bei Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder und der RBS eine Abfuhr geholt hatte. Doch nun geht es Verhandlungskreisen zufolge nicht um neue Mietverträge für die Häuser, sondern um einen Verkauf. Globus wolle die Kette unter dem Namen Max Bahr weiterführen. Die britische Großbank könnte damit die dreistelligen Millionenverluste reduzieren, die ihr mit den Immobilien drohen. Das Portfolio war ihr nach der Pleite eines Investmentfonds zugefallen, der die Häuser 2007 für fast 800 Millionen Euro gekauft hatte. Der heutige Wert liegt bei etwa der Hälfte.

Der Insolvenzverwalter und die RBS wollten sich am Freitag nicht zu den Informationen äußern, Globus war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Globus-Geschäftsführer Thomas Bruch hatte am Donnerstag betont, er habe keine Türen gegenüber der RBS zugeschlagen. Mehr wolle er allerdings nicht sagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Überlebenskampf der Baumarktkette: Globus lässt Max-Bahr-Belegschaft hoffen"

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  • Normalerweise müssten die die es verbockt haben,auch zur Rechenschaft gezogen werden.Nicht mit einem Wort werden diese Personen aber erwähnt,die Sätze sagten wie :"Wir haben gesehen das es so nicht weitergeht,wussten aber nichts dagegen zu unternehmen ." HOCHBEZAHLTE Vorstände und Manager dürfen anscheinend ungestraft 20000 Abeitsplätze an die Wand fahren in Deutschland

  • Ich wünsche den Mitarbeitern von Max Bahr, dass alles ein gutes Ende nimmt. Das Management von MB hat seit Jahren versagt und nur an seine eigenen Vorteile gedacht. Seit mehreren Jahren verliert MB Kunden. Wenig attraktive Sortimente, überteuerte Preise, permanente versteckte Rabattaktionen, schlechte Werbung, zu hohe Marketingkosten usw. Es gibt realistisch gesehen nur eine einzige Rettung: Abgabe der attraktiven Standorte an Hornbach, OBI, Globus, Bauhaus, Hagebau. MB braucht niemand mehr. Die Marke ist verbrannt und hat kein Profil mehr. Während der Insolvenz wurden tausende Kunden verprellt. Wer glaubt denn, das diese so ohne weiteres wiederkommen ? Und letztlich haben die Gläubiger kein Vertrauen in das Konzept von MB, sonst wären die überzogenen Mietgarantien durch die RBS nicht gefordert worden.
    Hoffentlich geht es für die Mitarbeiter gut aus. GF und BR denken nur an ihr eigenes persönliches Wohlergehen. Den für diese gehen die Lichter vermutlich aus.

  • es geht hier nicht nur um 3600 Arbeitsplätze,sondern um insgesamt ca.15000!!!!!!!!!! Es ist schade,das jetzt hier nur von Max Bahr die Rede ist,auch die Praktiker Mitarbeiter können nichts für diese Situation.

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