Überlebenskampf
Knight lehnte Hedgefonds-Hilfe ab

Eine Kapitalspritze in Form von Wandelpapieren hat dem Finanzdienstleister Knight Capital nach einem Softwarefehler wohl die Existenz gesichert. Einen Rettungskredit eines Konkurrenten hat der Konzern abgelehnt.
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New YorkDer angeschlagene amerikanische Finanzdienstleister Knight Capital hat einen 500 Millionen Dollar schweren Rettungskredit des Konkurrenten Citadel ausgeschlagen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag aus informierten Kreisen. Mit der Transaktion hätte die Hedgefonds-Gesellschaft von Ken Griffin eine Minderheitsbeteiligung an Knight erhalten.

Stattdessen hatte sich Knight für eine Kapitalspritze von 400 Millionen Dollar in Form von Wandelpapieren entschieden. Eine Gruppe von Investoren stimmte zu, Vorzugsaktien zu kaufen, die in etwa 267 Millionen Stammaktien wandelbar sind, wie aus einer am Montag in Jersey City vorgelegten Mitteilung des Unternehmens hervorging.

Getco, eine auf automatisierten Handel spezialisierte Gesellschaft, Blackstone, die Brokerhäuser Stifel Nicolaus & Co. und TD Ameritrade sowie die Investmentbanken Stephens und Jefferies seien diese Investoren, berichteten zwei Personen mit direkter Kenntnis am Montag. Durch die Transaktion können diese Investoren bis zu 70 Prozent an der Firma erhalten.

Auf die Marktmachersparte von Knight entfielen zuletzt etwa zehn Prozent des Handelsvolumens mit US-Aktien. Das Unternehmen kämpfte in den vergangenen Tagen um das Überleben, nachdem ein Softwarefehler am 1. August die Börsen mit Aufträgen überflutete und zu einem Handelsverlust von 440 Millionen Dollar führte.

Wie die New York Stock Exchange (Nyse) in der Nacht zum Mittwoch nach US-Börsenschluss erklärte, wird Knight ab dem kommenden Montag wieder die Aufgaben als Marktmacher im vollen Umfang übernehmen. Einige Dienstleistungen hatte Getco zwischenzeitlich in Vertretung ausgeführt.

Nach einem fatalen Fehler in der Handelssoftware hatte Knight Capital binnen 45 Minuten einen Existenz gefährdenden Verlust von 440 Millionen Dollar eingefahren.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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