Übernahme
Delta Air Lines blockt US Airways ab

Die unter Gläubigerschutz stehende US-Fluglinie Delta Air Lines will sich nicht von ihrem Konkurrenten US Airways schlucken lassen. Sie hat dessen Übernahmeangebot offiziell abgeleht, weil sie solo bessere Chancen auf Erholung sieht.

HB NEW YORK. Das Übernahmeangebot habe „strukturelle Schwächen“ und kartellrechtliche Probleme seien sehr wahrscheinlich, teilte Delta mit. Als eigenständiges Unternehmen sei die Zukunftsperspektive besser. Die Fluggesellschaft erwarte, im Frühjahr 2007 den Gläubigerschutz hinter sich zu lassen und im Laufe des kommenden Jahres wieder profitabel zu sein, hieß es weiter. Im Gesamtjahr will das Unternehmen 500 Mill. Dollar verdienen.

US Airways will Delta Air Lines für rund 8 Mrd. Dollar, umgerechnet 6 Mrd. Eur übernehmen. Der Konkurrent hatte Mitte November ein Angebot vorgelegt, allerdings ein feindliches. Gemeinsam würden US Airways und Delta die weltgrößte Fluggesellschaft bilden und Marktführer American vom Thron stoßen. Das fusionierte Unternehmen, das nach Wünschen des Käufers unter der weltweit bekannteren Marke Delta fliegen soll, käme mit rund 85 000 Beschäftigten auf gut 20 Mrd. Dollar Umsatz.

Nach den Star-Alliance-Partnern US Airways und United sind im Vorjahr auch Delta und Northwest unter den Gläubigerschutz des US-Konkursrechts (Chapter 11) geschlüpft, der Firmen bei Weiterführung des Betriebs einen radikalen Kostenabbau ermöglicht. Vorstandschef Douglas Parker, der erst im Vorjahr US Airways und America West fusionierte, ist deshalb schwer daran interessiert, Delta noch während der Insolvenzphase zu übernehmen: Nur dann könne er sich die Firma so zurechtschneiden, dass sie maßgerecht in den Betrieb passt, heißt es bei Analysten. Trotzdem sehen sie Parker vor einer Herkulesaufgabe: "Das große Risiko besteht darin, die Gewerkschaften zu vereinen. Noch sind nicht einmal die Gruppen von US Airways und America West zusammengeführt", warnt Phil Baggaley von der Ratingagentur Standard & Poor's.

Das Angebot hat Bewegung in den Luftfahrt-Markt gebracht. Nur kurze Zeit nach der Veröffentlichung wurde bekannt, dass United Airlines und Continental fusionieren wollen. Dann kündigten Finanzinvestoren die Übernahme der australischen Gesellschaft Qantas an. Standard & Poor's geht von weiteren Übernahmen aus und nennt die Namen Northwest Airlines, Continental Airlines oder den United-Mutterkonzern UAL Corp.

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