Übernahme durch KKR
Duales System künftig profitorientiert

Das Duale System Deutschland (DSD) mit dem „Grünen Punkt“ zum Sammeln und Verwerten von Verkaufverpackungen soll für 260 Millionen Euro vom Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernommen werden.

HB DÜSSELDORF. Vorstand und Aufsichtsrat hätten einstimmig dem Ende Oktober vorgelegten Angebot von KKR zugestimmt, teilte DSD am Dienstag in Köln mit. „Ich bin sicher, dass die DSD AG aus der Transaktion gestärkt hervorgehen wird“, sagte DSD-Vorstandschef Hans-Peter Repnik. Der Grüne Punkt habe damit die Chance, sich künftig neue Geschäftsfelder zu erschließen.

KKR zahle für die Übernahme von mindestens 75 % der bislang nicht börsennotierten Aktien rund 260 Mill. €, sagte ein DSD-Sprecher. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 13. Dezember müssen die Aktionäre noch ihre Zustimmung erteilten, was aber als Formsache gilt. Im Gegensatz zur bisherigen Struktur soll die künftige DSD AG dann Gewinne erwirtschaften dürfen. Die mit den Kunden ausgehandelten Preise, die zuletzt gesenkt wurden, könnten dann wieder steigen.

Das Bundeskartellamt hatte dem Abfallentsorger die Auflösung seiner kartellartigen Unternehmensstruktur und der Verquickung zwischen Kunden und Eigentümern des DSD zur Auflage gemacht. Die größten der bislang 553 Aktionäre des DSD sind im Aufsichtsrat vertreten, unter anderem der Metro-Konzern. Bisheriger AR-Chef ist der Geschäftsführer der Metro-Vermögensverwaltung, Erich Greipl.

KKR beabsichtige, DSD in drei bis fünf Jahren „nach unternehmerischer Ertüchtigung“ an die Börse zu bringen, bekräftigte DSD am Dienstag. Das Duale System Deutschland war 1990 als Selbsthilfeeinrichtung von Handel und Industrie für die Entsorgung von recyclingfähigen Verpackungsabfällen gegründet worden. Die AG gehört derzeit noch 553 Aktionären, die zugleich zu den größten Kunden der Gesellschaft zählen. Das Kartellamt hatte diese Strukturen und ein de-facto-Monopol des Unternehmens im Markt für Verpackungsmüll-Entsorgung jahrelang geduldet. Mit dem Aufkommen von Wettbewerbern wie Interseroh, Landbell und BellandVision änderte die Behörde aber ihre Sicht und forderte drastische Veränderungen.

Gleichzeitig mit dem Votum für die KKR-Übernahme beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat der DSD AG außerplanmäßige Preissenkungen für die insgesamt 18 600 Kunden in Höhe von 75 Mill. € ab dem Jahr 2006. Bereits im April hatte DSD Preissenkungen mit einem Volumen von 160 Mill. € in den Jahren 2005 und 2006 beschlossen.

Im Zuge der Übernahme durch KKR wird der Grüne Punkt ferner seinen Kunden, die Lizenzentgelte für das Entsorgungssymbol auf ihren Verpackungen entrichten müssen, eine Prämie von 190 Mill. € sowie eine zusätzliche Rückvergütung für vergangene Zahlungen in Höhe von 160 Mill. € zahlen. Die stillen Gesellschafter der DSD AG sollen ausgezahlt werden und erhalten für ihre bisherigen Darlehen inklusive Zinsen rund 122 Mill. €. Den bisherigen Anteilseignern schließlich bietet das DSD für die Übertragung ihrer Aktien insgesamt 260 Mill. €. Nach Angaben des DSD ist dies 180 mal mehr als bei der Gründung der AG vor 13 Jahren einbezahlt.

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