Übernahme durch Lufthansa
Österreich sucht für AUA nach Plan B

Österreich stellt sich auf drastische Einschnitte bei seiner Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) ein, sollte die geplante Übernahme durch die Lufthansa wegen des Vetos der EU-Kommission in Brüssel im letzten Moment scheitern. Nur wenn die Lufthansa auf Streckenrechte verzichtet, scheint eine Einigung noch möglich.

FRANKFURT/WIEN. Bundeskanzler Werner Faymann ließ gestern im ORF-Fernsehen offen, ob eine Einigung bis zum Monatsende mit der EU möglich sein wird. Gibt es bis zum 31. Juli kein grünes Licht aus Brüssel, kann sich die deutsche Fluggesellschaft zurückziehen und die Übernahmepläne ad acta legen. Die EU-Kommission verlangt von der Lufthansa den Verzicht von Streckenrechten („Slots“). Andernfalls werde die Übernahme nicht genehmigt.

Austrian Airlines ist auf die Übernahme durch die Lufthansa angewiesen. Ohne den Partner aus Deutschland kann die Airline, an der der Staat bislang etwa 42 Prozent der Anteile hält, nicht mehr in ihrer bisherigen Form weiter existieren. Das Unternehmen aus Wien leidet massiv an der weltweiten Krise und schreibt rote Zahlen. Erst vor wenigen Tagen hatte die AUA-Führung ein neues drastisches Sparprogramm angekündigt. 1 000 von knapp 8 000 Mitarbeitern müssen bis Mitte kommenden Jahres gehen – auch bei einer erfolgreichen Übernahme durch die Lufthansa.

Am Wochenende wurde in österreichischen Medien darüber spekuliert, dass die wirtschaftlich gesunden Teil der AUA mit Niki, der Fluggesellschaft des früheren österreichischen Formel-Eins-Fahrers Niki Lauda, fusioniert werden könnten. Ein AUA-Sprecher wies diese Spekulationen zurück. Zurückhaltend äußerte sich Österreichs Kanzler Faymann zu möglichen Alternativszenarien. Es gebe zwar eine Reihe von Überlegungen für den Fall, dass die Übernahme der AUA durch die Lufthansa nicht gelinge. „Aber wir haben keinen Plan B vorbereitet, den man schon jetzt in der Öffentlichkeit präsentieren könnte“, sagte er. Offen ließ er, ob die AUA nochmals Geld vom Staat bekommen könnte. 500 Mio. Euro hatte die Wiener Regierung bereits zugesagt.

Das AUA-Management hat seine Mitarbeiter darauf eingestellt, dass ohne Lufthansa weitere massive Einschnitte im Unternehmen drohen. AUA-Vorstand Andreas Bierwirth hatte bereits in der vergangenen Woche angedeutet, dass die Airline dann zu einer kleinen Regionalgesellschaft schrumpfen müsse. Diese Pläne hätten wahrscheinlich zur Folge, dass das Unternehmen nur noch halb so groß wie heute sein würde.

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