Übernahme
Exel-Aktionäre rollen Deutscher Post roten Teppich aus

Mit überwältigender Mehrheit haben die Aktionäre des britischen Logistikkonzerns Exel auf ihrer Hauptversammlung das 5,5 Mrd. Euro schwere Übernahmeangebot der Deutschen Post gebilligt.

HB LONDON. 97,97 Prozent der Anteilseigner hätten die Offerte des Bonner Konzerns unterstützt, teilte Exel am Mittwoch in London mit. Die Exel-Führung hatte ihren Aktionären die Annahme der Offerte empfohlen. Nun steht nur noch die Zustimmung der Kartellbehörden für die Transaktion aus. Bis Jahresende soll das Geschäft perfekt sein. Mit dem größten Zukauf ihrer Firmengeschichte strebt die Post die Führung im weltweiten Logistik-Markt an.

Je Exel-Aktie bietet die Deutsche Post 900 Pence sowie 0,25427 eigene, neu auszugebende Aktien. Das Angebot summiert sich damit auf 1244 Pence. Etwa 72 Prozent des Gesamtpreises will die Post bar zahlen und den Rest durch die Ausgabe neuer Aktien an die Exel-Eigner aufbringen.

Es ist die zweite Großfusion auf dem Logistikmarkt, die damit unter Dach und Fach ist. Nur Stunden zuvor hatte die Deutsche Bahn die Luft- und Seefrachtspedition Bax Global für 1,1 Mrd. Euro (940 Mill. Euro) vom US-Konzern Brink's übernommen, um sie in ihre Tochter Schenker einzugliedern.

Die Post will mit der weiteren Expansion im Ausland ihre Abhängigkeit vom - voraussichtlich 2007 auslaufenden - deutschen Briefmonopol weiter verringern. Im Rahmen der Übernahme soll Exel-Chef John Allan in den Vorstand der Post aufrücken und dort das Logistik-Geschäft verantworten. Mit der Übernahme wird die Post mit dann rund einer halben Million Beschäftigten zu einem der zehn größten Unternehmen der Welt.

Post-Chef Klaus Zumwinkel will die Sparte Logistik zu einer der tragenden Säulen des Konzerns neben dem Briefgeschäft, dem Expressdienst und der Postbank ausbauen. Den Großteil ihrer Gewinne schöpft die Post noch aus dem Briefgeschäft. Die letzte große Übernahme war der Post vor zwei Jahren gelungen, als sie den US-Konzern Airborne schluckte, um UPS und FedEx in deren Heimatmarkt die Stirn zu bieten. Im US-Geschäft kämpft die Post allerdings noch mit Anlaufverlusten.

Exel und die bisherige Logistik-Sparte der Post seien in einer sehr attraktiven Industrie „mit Wachstumsraten von sieben, acht, neun Prozent“ vertreten, hatte Zumwinkel betont. 2004 hatte Exel einen Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Sonderposten von umgerechnet knapp 250 Mill. Euro (170 Mill. Pfund) erzielt. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von gut neun Mrd. Euro (6,3 Mrd. Pfund). Die Post kam im vergangenen Jahr auf rund 43 Mrd. Euro.

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