Übernahme offenbar nicht ausgeschlossen
Swiss bleibt für die Lufthansa ein Thema

Für die Deutsche Lufthansa ist eine Übernahme der angeschlagenen Fluggesellschaft Swiss anscheinend noch nicht vom Tisch. „Die Tür ist zu, der Schlüssel ist aber noch nicht umgedreht“, so Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley. Zur weiteren Kostensenkung erwägt die Kranichlinie eine Anhebung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich. An der Börse gerieten die Lufthansa-Aktien in Reaktion auf Anschläge in Istanbul deutlich unter Druck.

HB GRAVENBRUCH. Die Lufthansa schließe Fusionen nicht aus, dies gelte auch für Regionen südlich von Deutschland, sagte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley bei einer Konferenz der WestLB am Donnerstag in Gravenbruch. „Die Tür ist zu, aber der Schlüssel ist nicht umgedreht“. Allerdings müsse eine Fusion wirtschaftlich Sinn machen. Was den Reiseanbieter Thomas Cook angeht, bekräftigte die Lufthansa frühere Aussagen, dass das Unternehmen voraussichtlich in zwei bis drei Jahren wieder Gewinne erzielen werde. Thomas Cook gehört jeweils zur Hälfte der Lufthansa und KarstadtQuelle.

Außerdem plant die Lufthansa nach den Worten Kleys Arbeitszeitveränderungen, um die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. „Eine Gehaltssenkung ist unrealistisch. Was realistisch ist, ist mehr Arbeit für das gleiche Gehalt“, sagte der Finanzchef. Daneben wolle die Lufthansa beispielsweise die flexible Arbeitszeit nicht mehr auf den Monat, sondern auf das Jahr beziehen. Damit müssten die Arbeitszeitkonten nur noch einmal und nicht mehr zwölf mal pro Jahr ausgeglichen werden.

In der vergangenen Woche hatte die Lufthansa ein Restrukturierungsprogramm für den Europa-Verkehr vorgestellt, durch das die Kosten in den kommenden beiden Jahren um 1,2 Mrd. € sinken sollen. Die Fluggesellschaft leidet im Kontinentalverkehr zunehmend unter der Konkurrenz der Billigfluglinien und daher schrumpfenden Durchschnittserlösen pro Sitzplatz. Außerdem wurde die Lufthansa Anfang des Jahres stark durch die Lungenkrankheit Sars und den Irak-Krieg belastet. Dennoch strebt das Unternehmen für 2003 ein ausgeglichenes operatives Ergebnis an.

Nach den Anschlägen in Istanbul gerieten die Aktien der Lufthansa wie auch anderer Fluggesellschaften am Donnerstag unter Druck. Zeitweise verloren Lufthansa-Titel 6,05 % auf 12,26 €. Zum Schluss des elektronischen Handels auf Xetra lagen die Aktien 3,60 % im Minus bei 12,58 €.

Bei Anschlägen auf britische Einrichtungen in der türkischen Handelsmetropole sind am Donnerstag mindestens 26 Menschen getötet und rund 400 verletzt worden. Am Samstag waren bei Anschlägen auf zwei Synagogen in Istanbul 25 Menschen ums Leben gekommen.

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