Übernahme
PPR enttäuscht Puma-Aktionäre

Die Hoffnungen der Puma-Aktionäre wurden zunächst enttäuscht: Der französische Luxuskonzern PPR stockt sein Übernahme-Angebot nicht auf. Die Puma-Manager loben unterdessen weiterhin die Vorteile der möglichen Partnerschaft.

HB PARIS. Der französische Luxusgüterkonzern PPR hat sein angekündigtes Übernahmeangebot für Puma mit der offiziellen Veröffentlichung nicht aufgebessert. Das von Pinault-Printemps-Redoute am Montag vorgelegte Angebot an die Anleger beträgt wie angekündigt 330 Euro je Aktie und liegt damit rund drei Euro unter dem aktuellen Börsenkurs des fränkischen Sportartikelherstellers. PPR strebt den vollständigen Erwerb des fränkischen Sportartikelherstellers für rund 5,3 Milliarden Euro an.

Wie Puma-Sprecher Ulf Santjer auf Anfrage mitteilte, wollen Vorstand und Aufsichtsrat ihre Entscheidung innerhalb der nächsten zehn Werktage in einer gemeinsamen Stellungnahme bekannt geben. Die nächste Aufsichtsratssitzung sei für den 23. Mai vorgesehen. Die Aktionäre hätten nun bis zum 20. Juni Zeit, ihre Anteilsscheine an die PPR-Tochtergesellschaft Sapardis zu verkaufen. Ihre Entscheidung wird voraussichtlich am 27. Juni veröffentlicht. PPR hatte bereits im April 27,1 Prozent an Puma mit Sitz in Herzogenaurach erworben und hierfür die Anteile des bisherigen Großaktionärs Günter Herz gekauft. Zu PPR gehören bekannte Marken wie Gucci und Yves-Saint-Laurent.

Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz hatte die Kaufofferte von PPR von Anfang an als „klares freundliches Übernahmeangebot“ bezeichnet. Auf der Hauptversammlung im April rief er seine Aktionäre dazu auf, die Offerte anzunehmen. Die Partnerschaft biete zahlreiche Chancen, Arbeitsplätze oder gar Firmenstandorte seien nicht in Gefahr. PPR bestätigte am Montag, dass Puma selbstständig fortbestehen werde. Es sei gegenwärtig auch kein Gewinnabführungsvertrag geplant.

Die Puma-Aktionäre kritisierten das Angebot indes als zu niedrig. Grundsätzlich sei der Einstieg von PPR zwar gut für das Unternehmen und dessen Arbeitsplätze, eine vollständige Übernahme aber unnötig.

Der Angebotspreis von 330 Euro beinhaltet laut PPR eine Prämie von 24 Prozent bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs des letzten Monats vor dem 3. April, als erste Gerüchte über die geplante Übernahme aufkamen. Puma setzte im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen Gewinn um 263,2 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt Europas Nummer zwei unter den Sportausrüstern 7.742 Mitarbeiter, davon 992 in Deutschland.

PPR rechnet nicht mit Einwänden von Wettbewerbshütern. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte das Angebot am 10. Mai genehmigt.

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