Übernahme unwahrscheinlich
Deutscher BA droht das Aus

Nach gescheiterten Tarif-Verhandlungen mit der Pilotenvereinigung Cockpit sieht die Deutsche BA ihre Existenz in Gefahr. „Es ist im Moment unwahrscheinlich, dass Easyjet die Option für eine Übernahme zieht“, sagte Geschäftsführer Martin Wyatt am Donnerstag in München. Es sei unklar, wie es in diesem Fall weiter gehe. Derzeit würden alle Optionen geprüft. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihr Geschäft aufgeben müsse.

HB/dpa MÜNCHEN. Man sei aber für weitere Gespräche offen. Cockpit machte Easyjet für das Scheitern der Verhandlungen am Mittwochabend verantwortlich.

Easyjet hat sich eine Option für eine Übernahme der Deutschen BA (dba) gesichert. Allerdings forderte der Konzern unter anderem Konzessionen der Piloten. So fliegen die 200 dba-Piloten derzeit durchschnittlich gut 600 Stunden im Jahr. Easyjet will diesen Wert auf über 700 Stunden anheben. „Wir haben alle Bedingungen akzeptiert“, sagte ein Cockpit-Sprecher am Donnerstag. Allerdings habe die Vereinigung im Gegenzug einen Bestandschutz für die Arbeitsplätze der Piloten und die Unterschrift Easyjets unter den Kaufvertrag gefordert. dba-Chef Wyatt warf der Vereinigung unprofessionelles Verhalten vor. Sie sei offenbar weder am Geschäft der Fluggesellschaft noch an den 800 Arbeitsplätzen interessiert.

Easyjet will sich trotz des Streits zeitlich nicht unter Druck setzen lassen. „Wir können uns bis August entscheiden und wir werden uns so lange Zeit lassen, wie für die Entscheidung notwendig ist“, sagte Easyjet-Sprecher Toby Nicol. Die Pilotenvereinigung Cockpit habe den Vorstellungen von Easyjet grundsätzlich zugestimmt. „Wenn die vorgeschlagenen Bedingungen für die Piloten heute für die Gewerkschaft akzeptabel sind, dann werden sie das auch noch morgen oder übermorgen sein.“ Er ließ offen, ob Easyjet zu einer Bestandsgarantie für die Arbeitsplätze bereit ist. „Wir werden eine Menge Piloten brauchen“, sagte er lediglich.

Die Beteiligten demonstrierten weitere Verhandlungsbereitschaft. Nach einer Sitzung der Easyjet-Gremien am Freitag könnte es am Montag neue Gespräche geben. „Wir stehen bereit“, sagte der Cockpit- Sprecher. Allerdings werde die Vereinigung von ihrer Forderung nach Bestandsschutz nicht abrücken. „Die Frage ist daher: Worüber sollen wir noch verhandeln?“

Unklar blieb, wie es weitergeht, wenn Easyjet auf einen Kauf der dba verzichtet. „Wir werden das Geschäft erst einmal fortführen“, sagte Wyatt. Er sagte nicht, ob British Airways als dba-Eigner noch andere potenzielle Käufer in der Hinterhand hat. Allerdings hat Easyjet theoretisch ohnehin noch bis August Zeit, sich zu entscheiden. Eine Entscheidung wird dennoch in den nächsten Wochen erwartet.

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