Übernahme von 49 Prozent
Etihad-Einstieg bei Alitalia nahezu perfekt

Der Deal zwischen Etihad und Alitalia scheint unter Dach und Fach: Die arabische Gesellschaft will 49 Prozent des angeschlagenen italienischen Konkurrenten kaufen. Jetzt sind die Kartellbehörden am Zug.
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Rom/Frankfurt/BrüsselAir-Berlin-Großaktionär Etihad steigt bei der angeschlagenen italienischen Alitalia ein. Etihad werde 49 Prozent der Alitalia-Anteile übernehmen, teilten die beiden Fluggesellschaften am Mittwoch in Rom und Abu Dhabi in einer gemeinsamen Erklärung mit. Jetzt müssten so schnell wie möglich die Vertragsbedingungen ausgearbeitet werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Das solle bereits in den nächsten Tagen geschehen. Dieser Zusammenschluss muss dann von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Über etliche Monate hinweg war zäh über den Einstieg der Golf-Airline Etihad verhandelt worden, mehrfach stockten die Gespräche und ein Scheitern schien zu drohen. Knackpunkt war dabei vor allem, dass Etihad präzise Forderungen für den Abbau eines Teils der etwa 13.000 Arbeitsplätze bei Alitalia als Bedingung für den Einstieg gestellt haben soll.

Alitalia-Chef Gabriele Del Torchio bereitete die Gewerkschaften in den vergangenen Tagen darauf vor, dass 2250 Job wegfallen müssten. Die Regierung in Rom befürwortete den angestrebten Etihad-Einstieg als Plus für den Standort Italien.

Einen großen Schritt auf den europäischen Markt hatte Etihad bereits 2012 mit dem Einstieg bei der zweitgrößten deutschen Airline Air Berlin getan. Ihr gehören derzeit 29,9 Prozent an den Berlinern. Sie half der Airline finanziell, sich über Wasser zu halten. Über weitergehende Pläne wird spekuliert. Etihad ist die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Lufthansa übte scharfe Kritik an der europäisch-arabischen Allianz Alitalia-Etihad und den nach Ansicht der Frankfurter unfairen Wettbewerbsvorteilen der staatlichen Golf-Airline. Der europäische Markt werde „von den Golf-Staaten mit nie dagewesenen Überkapazitäten geflutet“, erklärte ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage. Es sei unabdingbar, „dass die EU-Kommission und die Behörden der Mitgliedsländer den unfairen Wettbewerb durch staatlich subventionierten Luftverkehr beendet“. Subventionierung und die Teilverstaatlichung europäischer Airlines werde abgelehnt.

In Brüssel erklärte eine Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, für die wettbewerbsrechtliche Prüfung des vereinbarten Einstiegs von Etihad seien zunächst die italienischen Behörden zuständig.

Nach bisherigen Informationen will Etihad 560 Millionen Euro Kapital in die italienische Gesellschaft pumpen. Bis 2018 plane die Fluglinie weitere 690 Millionen Euro an Investitionen, hatte die Regierung in Rom mitgeteilt. Alitalia äußerte sich nicht zu den Angaben, wonach Etihad also insgesamt 1,25 Milliarden Euro in Alitalia stecken wolle, damit die vom Kollaps bedrohte italienische Airline 2017 dann wieder in die Gewinnzone fliegen könnte - erstmals seit dem Jahr 2002.

Alitalia fliegt seit vielen Jahren Verluste ein und soll durch diesen internationalen Partner und mit einer Neuausrichtung auf Langstrecken gerettet werden. Der römische Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte von einer „großen Chance“ für den kriselnden Wirtschaftsstandort Italien gesprochen und darauf verwiesen, dass die Airline auch dank des Anteils von Air France-KlM dabei doch in europäischer Hand bleibe. Air France-KLM wollte kein Geld mehr in das Unternehmen stecken, denn die Franzosen haben genügend eigene Probleme.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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