Übernahme von Airborne durch die Post-Tochter DHL ist perfekt
Deutsche Post fasst auf dem US-Paketmarkt Fuß

Die Deutsche Post wird nach Fedex und UPS zum drittgrößten Expressdienstleister in den USA. Der im März angekündigte Erwerb der US-Firma Airborne Express durch die Post-Tochter DHL ist perfekt. Nach der Zustimmung der Airborne-Aktionäre auf der Hauptversammlung erfolgte Freitagnacht der Vertragsabschluss.

BONN. Die Post zahlt für Airborne 980 Mill. Euro oder 21,25 $ je Aktie. Die Flugaktivitäten von Airborne bleiben im Besitz der US-Anteilseigner. Vor der Zustimmung der Aktionäre hatte bereits die US-Kartellbehörde der Übernahme grünes Licht erteilt.

„Der strategische Erwerb der Firma Airborne wird dazu beitragen, im größten Expressmarkt USA ein bedeutender Player und weltweit der Logistikkonzern Nummer eins zu werden“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel. Airborne hat im vergangenen Geschäftsjahr knapp 3 Mrd. Euro umgesetzt und beschäftigt 40 000 Mitarbeiter.

Airborne wird künftig unter DHL firmieren. Die Geschäfte werden zusammengelegt. DHL-Chef Uwe Dörken meinte, dass vor allem die Kunden von mehr Wettbewerb in dem von UPS und Fedex beherrschten US-Markt profitieren werden. Die beiden Konzerne kommen zusammen auf einen Marktanteil von knapp 80 %. DHL steigert seinen durch den Zukauf von 2 % auf rund 20 %. Um nicht gegen US-Gesetze zu verstoßen, hat DHL die Airborne-Fluglinie nicht übernommen. Sie firmiert künftig als ABX Air und wird für DHL fliegen.

Analysten begrüßten die Übernahme. Der Deutschen Post werde es auf lange Sicht gelingen, ein Stück der attraktiven Renditen, die auf dem US-Markt erzielt werden, zu ergattern, sagte Jochen Rothenbacher von Equinet. UPS erreicht eine Rendite vor Steuern und Zinsen von 13 % und Fedex von 7 %. Die Deutsche Post macht derzeit im US-Expressgeschäft mit DHL noch Verluste, die Rothenbacher aber auf weniger als 200 Mill Euro vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebitda) schätzt.

Die gelungene Airborne-Übernahme ist für die Konkurrenten UPS und Fedex eine weitere Schlappe bei ihrem Versuch, die Deutsche Post vom US-Markt fern zu halten. Sie hatten bereits eine Untersuchung eingeleitet, mit der festgestellt werden sollte, ob die Post als ausländisches Unternehmen widerrechtlich die US-amerikanische Fluggesellschaft Astar, ehemals DHL Airways, kontrolliert. In diesem Verfahren hat der US-Richter Ronnie Yoder vor einer entscheidenden Anhörung in der kommenden Woche den Vorsitz überraschend abgegeben. Yoder war der Befangenheit beschuldigt worden. Mit seinem Rückzug wolle er vermeiden, dass der Fall von Vorwürfen überschattet werde, er bevorzuge Fedex und UPS, schreibt das Wall Street Journal.

Hinter Astar stand bislang die Deutsche Post, die aber ihre Minderheitsbeteiligung vor einem Monat an eine Investorengruppe um Astar-Chef John Dasburg verkauft hatte. Die US-Konkurrenten änderten daraufhin ihre Strategie und kritisieren jetzt die einseitige wirtschaftliche Abhängigkeit der Astar von Aufträgen der DHL.

Analysten beurteilen den Rücktritt Yoders als Rückschlag für UPS und Fedex. „Wir interpretieren diesen Rücktritt als positiv für die Deutsche Post“, sagte Analyst Rothenbacher. Die Chancen der Deutschen Post, am Ende dieses Verfahrens, einen positiven Bescheid zu bekommen, seien mittlerweile sehr groß. Wegen des attraktiven US-Geschäfts sei es nicht verwunderlich, wenn UPS und Fedex mit allen Mitteln das Erstarken eines Wettbewerbers verhindern wollten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%