Übernahme von Dahlback
DBAG greift in die Brötchentüte

Brötchen und Kuchen – dabei denken wohl die meisten an urwüchsiges, altbackenes Handwerk. Doch immer mehr Investoren sehen Backwaren als modernes Geschäftsfeld an. Die Deutsche Beteiligungs-AG greift nun nach Dahlback.
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FrankfurtImmer mehr Finanzinvestoren entdecken deutsche Bäckerei-Ketten als Kaufobjekte. Die Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) und ihre Fonds übernehmen die Mehrheit an Deutschlands fünftgrößter Backfilial-Kette Dahlback, wie die DBAG am Dienstag mitteilte. Der Kaufpreis dürfte nach Berechnungen von Reuters einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen. Die Dahlewitzer Landbäckerei (Dahlback) betreibt unter den Namen „Lila Bäcker“ und „Unser Heimatbäcker“ in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein 357 Filialen und Cafes, auch in Supermärkten. Das Unternehmen beliefert daneben auch 1500 Hotels, Gasthäuser und Tankstellen. Im Nordosten des Landes sieht sich die aus einem Volkseigenen Betrieb (VEB) der ehemaligen DDR hervorgegangene Dahlback als Nummer eins.

Das Unternehmen hatte bisher dem Finanzinvestor Steadfast und dem Geschäftsführer Volker Schülke gehört. Schülke soll mit einer „substanziellen“ Minderheit beteiligt bleiben und Dahlback weiter führen, wie eine DBAG-Sprecherin sagte. Dahlback setzte 2013 mit 2300 Mitarbeitern 99 Millionen Euro um. Das Unternehmen sei „gut profitabel“, erklärte die DBAG. Die Bäckereikette Kamps und die Billigbäckerei Backwerk gehören ebenfalls Finanzinvestoren. Bei der ehemals börsennotierten Kamps war 2010 der Mittelstands-Investor German Equity Partners (ECM) eingestiegen, an Backwerk hat sich Ende 2013 die schwedische EQT beteiligt.

DBAG-Chef Torsten Grede setzt bei Dahlback auf Expansion. „Der fragmentierte deutsche Bäckereimarkt ist von wenigen großen Wettbewerbern, einem Konsolidierungsprozess und strukturellen Veränderungen geprägt“, sagte er. Dazu gehörten eine wachsende Zahl von Billigbäckereien und von Backstationen in Supermärkten. Vor allem von letzteren soll auch Dahlback mehr betrieben.

Die DBAG selbst zahlt für 13,7 Prozent an Dahlback bis zu 9,9 Millionen Euro. Daneben investiert wie üblich ein von der DBAG aufgelegter Fonds. Ein Teil des Kaufpreises wird mit Krediten finanziert. Unter Grede hat die DBAG ihr Investitionsspektrum deutlich verbreitert und will mehr Unternehmen kaufen als in der Vergangenheit. Dahlback ist allerdings die erste Übernahme im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2013/14.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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