Übernahme von Max Bahr
Praktiker ist Obi auf den Fersen

Die börsennotierte Baumarkt-Kette Praktiker hat die Geschäfte des Familienunternehmens Max Bahr übernommen. Experten sehen darin den Beginn einer Fusionswelle in der Branche, an deren Spitze bislang Obi steht. Mit dem Zukauf verringert die Nummer zwei, Praktiker, ihren Abstand. Durch ein neues Konzept wollen die Düsseldorfer die Lücke ganz schließen.

HB DÜSSELDORF. Die vergrößerte Praktiker-Gruppe erwartet einen Umsatz von knapp 4 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bei Bekanntgabe der Übernahme mitteilte. Ein Viertel davon entfallen auf Max Bahr. Obi hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6,6 Mrd. Euro gemacht. Die Praktiker-Aktie legte nach der Ankündigung der Übernahme um 5,55 Prozent auf 25,47 Euro zu.

Auch Obi hätte Max Bahr nach Informationen aus Branchenkreisen gerne übernommen, um einen komfortablen Vorsprung zu bekommen. Offiziell bestätigt wurde das aber nie. Obi-Chef Sergio Giroldi hatte im Februar erklärt, sein Unternehmen schließe Übernahmen bei guten Gelegenheiten nicht aus. Obi hat einen Marktanteil von 16,2 Prozent in Deutschland, Praktiker kommt auf 12,2 Prozent, Max Bahr auf 3,8 Prozent. Während Praktiker und Max Bahr ihre Läden aber selbst betreiben, setzt die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Obi auf Franchising.

Die Baumärkte in Deutschland liefern sich seit Jahren einen heftigen Preiskampf, während die Verkaufsflächen unaufhaltsam wachsen. Das drückt auf die Gewinnmargen. „Der Verkauf von Max Bahr ist der Start der Konsolidierung, die kommen musste“, hatte bereits der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB), John Herbert, prognostiziert.

Nach Obi und Praktiker sind Bauhaus und Hornbach die nächstgrößeren Spieler. Die Edeka-Gruppe will ihre von der AVA-Handelsgruppe geerbten Marktkauf-Baumärkte verkaufen oder ausgliedern. Auch die zur Rewe-Gruppe gehörenden Toom-Baumärkte gelten als potenzielle Übernahmekandidaten bei künftigen Konsolidierungsschritten.

„Mit der Übernahme des operativen Geschäfts von Max Bahr erwerben wir ein gut geführtes Unternehmen, das uns hilft, unsere Marktposition weiter auszubauen“, erklärte Praktiker-Chef Wolfgang Werner. Praktiker wolle Max Bahr als eigene Marke im Premium-Bereich fortführen. Praktiker selbst wolle sich darunter als „preisaggressive“ Marke positionieren. Damit sprächen die beiden Ketten zusammen ein breiteres Kundenspektrum an als bisher. Dadurch und durch die geplante Expansion in Osteuropa – die ungeachtet des Zukaufs gestemmt werden soll – verspricht sich Praktiker ein kräftiges Wachstum. Mittelfristig sollen im Osten pro Jahr 15 bis 20 Standorte eröffnet werden.

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