Übernahme von Orange
EU prüft Zugeständnisse von Hutchison

Hutchison ist bei der Übernahme des Mobilfunkanbieters Orange zu Kompromissen bereit. Andere Firmen sollen sein Netz für einen Quereinstieg anmieten dürfen. Die EU prüft nun, ob sie dafür grünes Licht geben kann.
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WienIm Ringen um grünes Licht für die Übernahme des österreichischen Mobilfunkanbieters Orange durch den Konkurrenten Hutchison prüft die EU nun Zugeständnisse des Käufers. Um die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen, will Hutchison anderen Firmen erlauben, sein Netz für einen Quereinstieg als neue Mobilfunkanbieter anzumieten. Die EU befragt nun konkurrierende Mobilfunkkonzerne, was sie von dem Vorschlag halten, geht aus Reuters am Dienstag vorliegenden Dokumenten hervor.

Dieser sogenannte Markttest deutet darauf hin, dass die Wettbewerbshüter in Brüssel grundsätzlich derartige Zugeständnisse für eine Übernahme akzeptieren würden - sofern die Rückmeldungen anderer Anbieter dem nichts entgegenstellen. Im Kern geht es um sogenannte MVNOs (Mobile Virtual Network Operators) - Firmen wie Red Bull, die bislang nicht im Mobilfunkgeschäft tätig waren und über das Netz eines anderen Konzerns eine eigene Marke aufbauen.

Durch den rund 900 Millionen Euro schweren Deal verbünden sich die beiden kleinsten Anbieter in Österreich gegen Marktführer Telekom Austria und die Deutsche-Telekom -Tochter T-Mobile. Der neue Anbieter käme auf einen Marktanteil von 22 Prozent in dem Land mit rund acht Millionen Einwohnern. Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten jedoch anfänglich Bedenken und sich Zeit für eine vertiefte Prüfung genommen.

Ihre finale Entscheidung müssen die Wettbewerbshüter bis 27. November fällen. Hutchison selbst hofft allerdings auf grünes Licht für die vorgeschlagenen Zugeständnisse in etwa drei Wochen.

Einem Insider zufolge will Hutchison sein österreichisches Mobilfunknetz an den Kabelanbieter UPC vermieten. Von anderen Anbietern will die EU nun erfahren, welchen Effekt der Quereinstieg eines neuen Anbieters auf die Renditen der MVNOs habe und in welchen Ausmaß diese mit etablierten Anbietern mit eigenem Netz konkurrieren könnten.

In Österreich gibt es bislang zwei große alternative Anbieter: Die Orange-Billigmarke Yesss!, die das Unternehmen im Zuge der Übernahme durch Hutchison an die Telekom Austria verkaufen will und die Telekom-Austria-Billigmarke bob.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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