Übernahme von Tim Hortons?
Burger King plant Steuerflucht nach Kanada

Burger King – viel mehr Amerika geht kaum. Und doch zieht es den Fast-Food-Riesen ins Ausland. Der Burger-Brater plant eine Übernahme der kanadischen Kaffee-Kette Tim Hortons. Das Ziel: Steuern sparen.
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MiamiDer US-Fastfood-Riese Burger King will den Rivalen Tim Hortons aus Kanada übernehmen und so seinen Firmensitz in das für niedrigere Steuern bekannte Nachbarland verlegen. Die Fusionsverhandlungen liefen, erklärten beide Unternehmen in der Nacht zum Montag. Zuerst hatte das „Wall Street Journal“ über die Pläne berichtet.

Aus einem Zusammenschluss würde ein Branchenriese mit 18.000 Schnellrestaurants und einem Marktwert von 22 Milliarden Dollar hervorgehen. Davon entfallen etwa 8,4 Milliarden Dollar auf Tim Hortons. Beide Ketten sollten anschließend unter ihren bestehenden Markennamen weitergeführt werden.

Insidern zufolge könnte die Übernahme des mit Donuts und Kaffee groß gewordenen Schnellrestaurants Tim Hortons in den kommenden Tagen über die Bühne gehen. Die Rahmenbedingungen für den Zusammenschluss müssten noch ausgehandelt werden, hieß es. Klar ist aber schon, dass die Beteiligungsgesellschaft 3G Capital als bisheriger Burger-King-Hauptaktionär auch die Mehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten will. Den Rest sollen die Anteilseigner von Tim Hortons und die übrigen Burger-King-Aktionäre bekommen. 3G hält 70 Prozent an Burger King.

Der McDonald's-Rivale Burger King, 1954 in den USA gegründet, dürfte sich von dem Schritt Steuerersparnisse versprechen und damit Widerstand in Washington auslösen. In Kanada sind die Unternehmenssteuern mit 26,5 Prozent deutlich niedriger sind als in den USA (40 Prozent). Der Deal würde US-Präsident Barack Obama unter Druck setzen – denn zuletzt hatten bereits andere Unternehmen angekündigt, ihre Zentrale ins Ausland verlegen zu wollen. Präsident Barack Obama will das Steuerschlupfloch Übernahme zwar schließen, bislang scheiterte er aber am Widerstand der Republikaner, die Zugeständnisse an anderen Stellen der Steuerpolitik verlangen.

Burger King betreibt in fast 100 Ländern mehr als 13.000 Restaurants. Zum Filialnetz von Tim Hortons aus Oakville in der Provinz Ontario gehören über 3500 Geschäfte in Kanada und rund 850 in den USA. Die Expansion in den USA kam bisher wegen der Konkurrenz von McDonald's und Starbucks nur langsam voran.

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  • Höhere Löhne in D, ein schlechter Scherz. Warum wachsen die Unternehmensgewinne immer mehr und die Löhne steigen kaum ?

    Die Managergehälter vielleicht, aber der normale Arbeitnehmmer hat nichts davon. Im Gegenteil, da der Niedriglohnsektor seit Jahren wächst und durch die niedrigen Löhne die Kaufkraft seit Jahren sinkt.

    Lesen Sie mal die Jarass Studien

    http://www.jarass.com/home/index.php/DE/component/content/article/197-publikationen-weiterfuehrende-beitraege/steuern/buecher/1204-steuerfrei-wie-konzerne-europas-kassen-pluendern

    http://www.jarass.com/home/index.php/DE/component/content/article/197-publikationen-weiterfuehrende-beitraege/steuern/buecher/1200-steuerflucht-das-steuerspiel-der-grossen

    http://www.jarass.com/home/index.php/DE/steuern/aufsaetze/1209-probleme-des-steuersatzausweises-von-dax30-unternehmen

    http://www.jarass.com/home/index.php/DE/component/content/article/197-publikationen-weiterfuehrende-beitraege/steuern/buecher/332-steuerreform-die-unglaubliche-entlastung-deutscher-unternehmen

  • Das Stimmt nicht wirklich, da Gewinne im Ausland auch hier höhere Löhne ermöglichen. Die resultierende Lohnsteuer hängt also auch vom Unternehmenserfolg ab. Abgeltungsteuer und alle Lohnnebenkosten schmälern den Unternehmensgewinn sicherlich mehr als die reine Körperschaftssteuer.

  • Obama tut gar nichts ausser ihre eigene Steueroase Delaware öffentlich zu kritisieren wenn mal wieder Wahlen anstehen.

    Die Politiker haben nichts zu sagen denn sie sind die Marionetten des Grosskapitals.

    Öffentliche Aufklärung und Kaufzurückhaltung gegenüber Firmen die keine Steuern zahlen ist die einzige Massnahme die langfristig hilft. Lokale kleine und mittelständische Unternehmen unterstützen und regionale Produkte statt die Produkte der Multis zu kaufen.

    Wer sich auf die Politiker verlässt ist verlassen. Man muss selbst was unternehmen und nicht auf die anderen warten.

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