Übernahmeabwehr
Tui sucht Schulterschluss mit Hamburg

Vorstandschef Frenzel hofft auf finanzielle Beteiligung der Stadt, um feindliche Übernahme abzuwehren - Aktionäre verlangen Zerschlagung.

HAMBURG/DÜSSELDORF. Der Touristik- und Transportkonzern Tui sucht den Schulterschluss mit der Stadt Hamburg, um sich gegen eine feindliche Übernahme zu wappnen. Wie das Handelsblatt aus Hamburger Senatskreisen erfuhr, hat Tui-Chef Michael Frenzel mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über eine zehnprozentige Beteiligung der Stadt an seinem Unternehmen gesprochen. Sprecher des Hamburger Senats und der Tui wollen sich hierzu nicht äußern.

Senatskreise berichten aber, Frenzel habe dem Bürgermeister vorgetragen, dass nach einer möglichen feindlichen Übernahme durch Investmentgesellschaften eine Zerschlagung des Konzerns droht, insbesondere ein Verkauf der Hamburger Tui-Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd (HL). Diese beschäftigt in Hamburg mehr als 1 200 der 8 900 Mitarbeiter und ist einer der größten Steuerzahler der Elbmetropole.

Der Tui-Chef hofft deshalb auf Rückendeckung des Senats. Denn die Hansestadt hatte sich erst vor einigen Jahren mit rund zehn Prozent am Kosmetikriesen Beiersdorf beteiligt, um zu verhindern, dass er vom US-Konkurrenten Procter & Gamble feindlich übernommen werden konnte. Derzeit erwägt Hamburg zudem, sich an dem kriselnden Flugzeugbauer EADS zu beteiligen, um den Standort Hamburg zu sichern.

Frenzel steht aber unter erheblichem Zeitdruck. Denn der Aufsichtsrat schließt nicht mehr aus, dass die Zerschlagung bereits in den nächsten acht Monaten droht: „Ich muss ernsthaft damit rechnen, dass der Deutsche Bank-Fonds DWS auf der nächsten Hauptversammlung den Antrag stellt, den Konzern zu zerschlagen“, sagt Uwe Klein, Aufsichtsratsmitglied bei der Tui, dem Handelsblatt. Die nächste Hauptversammlung findet am 16. Mai 2007 statt.

DWS hatte bereits auf der vergangenen Hauptversammlung vorgeschlagen, den Konzern aufzuspalten. Der Fonds griff zusammen mit anderen Investoren scharf die Zwei-Säulen-Strategie Frenzels an und bemängelte das Schwächeln des Aktienkurses. der Tui-Chef hatte damals aber eine Aufspaltung abgelehnt.

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