Übernahmeangebot
Staatsfonds greift nach britischer Supermarktkette

Der britische Nahrungsmittelkonzern Sainsbury hat am Mittwoch den Erhalt eines vorläufigen Übernahmegebots von der im Golfstaat Katar ansässigen staatlichen Fondsgesellschaft Delta bestätigt. Doch zumindest die Eigner scheinen von der Milliardenofferte nicht begeistert zu sein.

HB LONDON. Der ölreiche Golfstaat Katar will die drittgrößte britische Supermarkt-Kette Sainsbury übernehmen. Die staatliche Beteiligungsgesellschaft Delta Two, die bereits jetzt ein Viertel an Sainsbury hält, habe ein Kaufangebot unterbreitet, teilte der Einzelhändler am Mittwoch mit. Zeitungsberichten zufolge bietet Katar 610 Pence je Sainsbury-Aktie und damit umgerechnet insgesamt 18 Milliarden Euro. Auch Delta Two bestätigte erste Gespräche, nannte aber keine Einzelheiten. Die Sainsbury-Aktie kletterte in London um 1,5 Prozent auf 593 Pence.

Sainsbury stand zuletzt wiederholt im Zentrum von Übernahmespekulationen. Die Supermarkt-Kette wehrte im April die Avancen eines Konsortium um den Finanzinvestor CVC ab. Der Fonds hatte etwa 15 Milliarden Euro geboten, was der Gründerfamilie nicht genug war. Die Nachfahren von John James Sainsbury halten etwa 18 Prozent des Unternehmens. Die nun interessierte Investmentgruppe aus Katar wird von Paul Taylor geführt, der ehemals für den Immobilienmogul und Sainsbury-Aktionär Robert Tchenguiz arbeitete. Der „Financial Times“ zufolge stößte der Vorstoß von Delta Two bislang nicht auf Gegenliebe bei der Sainsbury-Familie.

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