Übernahmeangebot
Techem spricht doch mit Macquarie

Horst Enzelmüller, Vorstandschef des Eschborner Energiedienstleisters Techem, geht nicht davon aus, dass der Investor BC Partners sein Übernahmeangebot an die Techem-Aktionäre von 52 Euro je Aktie erhöhen wird. Somit zeigt alles in Richtung Macquarie. Von den Australiern erhofft sich Enzelmüller nun klare Aussagen zu ihren Plänen.

FRANKFURT. „Das Management von BC weiß, welche Schulden man auf Techem laden kann“, begründet er seine Erwartung. Und: „Es weiß auch, dass es uns Geld lassen muss, wenn wir den Unternehmenswert steigern sollen.“

BC Partners hatten ihr Angebot am 22. November bekannt gegeben. Damit kamen die Investoren als Weißer Ritter Techem zu Hilfe, die sich von einer feindlichen Übernahme durch die australische Finanzgruppe Macquarie bedroht sah. Macquarie hatte den Techem-Aktionären einen Monat zuvor 44 Euro je Aktie geboten. Vor einer Woche erhöhte Macquarie das Angebot auf 55 Euro – zu diesem Preis hatten die Australier weitere acht Prozent an Techem über die Börse gekauft und damit ihren Anteil auf 27,2 Prozent aufgestockt.

Zwar weiß Enzelmüller, dass das Rennen damit weitgehend gelaufen ist. Doch: „Nach wie vor schlagen zwei Herzen in meiner Brust: das des Unternehmens und das der Aktionäre.“ Aus Sicht der Aktionäre sei Macquaries drei Euro höheres Angebot der BC-Offerte klar überlegen. Aus Sicht des Unternehmens gibt Enzelmüller immer noch BC den Vorzug. Deswegen verzichtete der Vorstand in seiner Stellungnahme zum BC-Partners-Angebot Anfang der Woche auf jegliche Empfehlung.

Wesentlicher Grund für Enzelmüllers Präferenz: „Das Engagement von BC hat einen klaren Zeithorizont.“ Die Private-Equity-Gruppe will sich nach drei bis fünf Jahren wieder aus dem Unternehmen zurückziehen, wahrscheinlich per Börsengang. Zudem kennt man sich: BC Partners waren von 1996 bis zu Techems Börsengang 2001 Großaktionär, und noch bis August 2006 saß BC-Manager Stefan Zuschke im Techem-Aufsichtsrat. Er verließ ihn, als BC ein Gebot für Techems größten Konkurrenten Ista ankündigte.

Bei Macquarie ist der Zeithorizont weniger klar. Die Australier, deren Fonds wesentlich von Langfrist-Investoren wie Pensionskassen gespeist werden, denken in Zeitspannen von 25 bis 30 Jahren. In dieser Zeit erwarten sie zwar nicht die Spitzenrenditen, die typische Private-Equity-Unternehmen bei ihren Engagements veranschlagen. Doch Enzelmüller fürchtet, dass sie ihm nicht die Finanzmittel lassen werden, die zur Expansion nötig sind: „In 25 Jahren kann man eine Firma geschickt ausbluten – wenn man es will.“

Dass er nicht weiß, was Macquarie mit Techem beabsichtigt, ist der Hauptgrund für seine Distanz zu den Australiern: „Die haben bisher alles sehr unscharf und unverbindlich formuliert.“ Von einem Gespräch mit den europäischen Fonds-Managern von Macquarie am Donnerstag Nachmittag erhofft er sich mehr Klarheit.

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