Übernahmefantasien
Ferrero dementiert Angebot von Nestlé

Der Schweizer Riesenkonzern Nestlé erholt sich. Nach schwächelnden Verkaufszahlen konnte das Unternehmen seinen Umsatz im laufenden Jahr steigern. In Italien wird im gleichen Atemzug von Interesse an Ferrero berichtet.
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ZürichDer Nahrungsmittelkonzern Nestlé kommt dank der florierenden Nachfrage in den Schwellenländern wieder in Schwung. Nach mehr als einem Jahr mit sinkenden Wachstumsraten konnten die Schweizer im dritten Quartal den Trend umkehren. „Asien und Afrika haben an Geschwindigkeit zugenommen“, sagte Konzernchef Paul Bulcke am Donnerstag. In Europa blieb das Geschäft dagegen mau.

Einem Pressebericht zufolge hat Nestlé auch Appetit auf den italienischen Nutella-Hersteller Ferrero. Dies berichtet die italienische Zeitung „La Repubblica“ (Donnerstag), ohne eine Quelle zu nennen. Die Gespräche seien in einem frühen Stadium. Ein Ferrero-Sprecher bezeichnete den Bericht als „haltlos“. Das Unternehmen stehe nicht zum Verkauf und es sei kein Angebot eingegangen. Nestlé sprach davon, Interesse an Ergänzungskäufen zu haben. Darunter versteht das Unternehmen Firmen mit bis zu 500 Millionen Euro Umsatz. Ferrero ist wesentlich größer.

Der Nestlé-Umsatz stieg in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 68,4 Milliarden Franken. Das organische Wachstum für Januar bis September erhöhte sich auf 4,4 Prozent von 4,1 Prozent im ersten Halbjahr. Im dritten Quartal allein lag das Wachstum nach Analystenberechnungen bei rund fünf Prozent, Nestlé nennt keine Quartalszahlen. Die Kennziffer, die um Währungseinflüsse und Übernahmen bereinigt ist, stellt für Nestlé eine wichtige Schlüsselzahl dar. „Wir erwarten, dass die sich fortsetzende Wachstumsdynamik uns ermöglichen wird, für das Gesamtjahr ein organisches Wachstum um die fünf Prozent sowie einer Verbesserung der Marge und das nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen zu erzielen“, sagte Bulcke. Im August hatte Nestlé die Jahresprognose zurückgenommen. Bis dahin hatte der Konzern ein organisches Wachstum von fünf bis sechs Prozent angepeilt.

In Europa kam der Weltmarktführer, dessen Produktpalette von Nescafé und Schokolade sowie Mineralwasser und Eiscreme über Tierfutter bis hin zu Maggi-Suppen und Gesundheitsnahrung reicht, kaum voran. Das organische Wachstum belief sich auf lediglich 0,7 Prozent im Vergleich zu 8,8 Prozent in den Schwellenländern.

Mit seinen Zahlen erfüllte Nestlé die Erwartungen. „Eine Punktlandung“ sagte ein Aktienhändler. „Mit einem organischen Wachstum von 4,9 Prozent ist Nestlé im dritten Quartal die erhoffte Wachstumsbeschleunigung gelungen“, erklärte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Nestlé-Aktien gewannen an der leicht festeren Schweizer Börse 1,5 Prozent auf 62,90 Franken

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wo ist denn da der Schwung? Die Aktie dümpelt seit Monaten bei 50 €, der Laden wächst de facto gar nicht mehr und hat keine wesentlichen neue Produkte herausgebracht. Allmählich merken auch die Schwllenländer, dass Nestle Nahrung alles andere als gesund ist. Dumm, wer in sowas investiert.

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