Übernahmekrimi um American Apparel: Vom Saulus zum Steve Jobs der Modebranche

Übernahmekrimi um American Apparel
Vom Saulus zum Steve Jobs der Modebranche

Er wurde gefeuert wegen Fehlverhaltens und finanzieller Unregelmäßigkeiten. Jetzt will der umstrittenste Chef Amerikas sein Unternehmen zurück und der Steve Jobs der Teenager-Mode werden.

San FranciscoEigentlich sollte Mitte Januar der Horror beendet sein. Dann würde der Modehersteller American Apparel aus dem Gläubigerschutz entlassen. Aber nur, wenn ein geplanter Kapitalschnitt in Form der Umwandlung von Schulden in Eigenkapital durchkommt. Doch der würde den geschassten Gründer und Alteigentümer Dov Charney endgültig entmachten. Die fünf Großgläubiger, die 95 Prozent der praktisch wertlosen besicherten Firmen-Anleihen halten, stiegen zu Alleineigentümern auf. Denn mit „AA“ ist es unter der Ägide des zuletzt glücklosen Charney nur noch abwärts gegangen. Die Kunden laufen weg, das Geld ist aufgebraucht, über 300 Millionen Dollar Verluste haben sich angesammelt. Frisches Geld wollte ihm und seiner Nachfolgerin keiner mehr geben. Mittlerweile wird der einstige Börsenliebling der Wall Street mit Milliardenbewertung nur noch als „Penny-Stock“ außerbörslich gehandelt.

Nach Informationen von Bloomberg hat Charney, der ein ausschweifendes erotisches Leben innerhalb der Firma geführt haben soll, nun Hilfe für ein Gegenangebot zusammengebracht um das Unternehmen selbst zu übernehmen. An der Spitze soll Cardinal Advisors LLC stehen. Die Berater und Charney wollten auf Anfrage Bloombergs nicht kommentieren. Das Unternehmen teilte lediglich mit, es „prüfe kontinuierlich alle Angebote und das so, wie es üblich sei“. Das schreibt das Konkursgesetz auch vor.

Charneys Trumpf, wenn man den Quellen von Bloomberg vertraut, liegt in zusätzlichem operativem Kapital. Statt 80 Millionen Dollar, wie im Plan der Großgläubiger, sollen demnach „AA“ nach dem Ende des Gläubigerschutzes 170 Millionen zur Verfügung stehen. Die Großgläubiger würden nach den Informationen wohl nicht ganz ausgezahlt, aber unbesicherte Gläubiger so wie er, die jetzt überhaupt nichts bekommen würden, würden etwas Geld sehen. Das zusammen könnte den Richter im Bundesstaat Delaware motivieren, sein Angebot zu favorisieren. Insgesamt soll die Gegenofferte über 200 Millionen Dollar umfassen, wenn sie denn kommt. Die nicht genannten Quellen gehen davon aus, dass Charney in irgendeiner Form wieder ins Unternehmen zurückkehren wird. Im Dezember 2014 hatte ihn das Board gefeuert, weil er gegen die Vorschriften gegen sexuelle Belästigung verstoßen und Firmengelder veruntreut haben soll. Alles Vorwürfe, die der 46jährige bestreitet.

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Riskante Wette auf den Teenager-Geschmack

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