Übernahmen boomen: Beteiligungsfirmen im Kaufrausch

Übernahmen boomen
Beteiligungsfirmen im Kaufrausch

„Kreditfinanzierte Übernahme“ lautet das Zauberwort auch in diesem Jahr. Peter Wallner von der BNP Paribas rechnet mit Steigerungen von bis 25 Prozent im Vergleich zu 2006. Die Bankenaufsicht beobachtet den Trend jedoch zunehmend mit Sorge.

FRANKFURT. Finanzinvestoren wollen in diesem Jahr erheblich mehr Fremdkapital einsetzen als 2006, um Firmen in Europa zu kaufen. Das Wachstum werde 20 bis 25 Prozent betragen, sagte Peter Wallner, der bei BNP Paribas in Deutschland für solche Finanzierungen (Leveraged Finance) verantwortlich ist. 2006 betrug das Finanzierungsvolumen für kreditfinanzierte Übernahmen in Europa nach Berechnungen von BNP Paribas rund 131 Mrd. Euro. Über die Hälfte des Volumens entfiel auf Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Diese Entwicklung bereitet den Bankenaufsehern zunehmend Sorgen. Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Jochen Sanio, warnte die Banken jetzt vor riskanten Finanzierungen mit hoher Hebelwirkung (Leverage), weil er Zusammenbrüche der übernommenen Firmen bei einem Konjunktureinbruch befürchtet.

Denn Kennzeichen der Leveraged Finance ist es, dass die Kredite der übernommenen Firma aufgebürdet werden. Die Unternehmen müssen die Kredite aus ihren Bareinnahmen (Cash-Flow) bedienen und Vermögenswerte verpfänden. Gerade Finanzinvestoren gehen gerne diesen Weg. Die Beteiligungsfirmen finanzieren ihren Kauf in der Regel zu zwei Dritteln bis vier Fünfteln mit Schulden.

Bei den Private-Equity-Häusern läuft das Geschäft in Deutschland auf Hochtouren. Derzeit stünden rund 50 Mrd. Euro für Käufe von deutsche Firmen bereit, beobachtet Wallner, der das Geschäft mit Leveraged Finance viele Jahre für die Hypo-Vereinsbank (HVB) geleitet hat. Vor zwei Jahren seien es noch 30 Mrd. Euro gewesen.

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