Übernahmen
Randstad kontert Adecco

Zwei große Übernahmen binnen weniger Tage – die Zeitarbeitsbranche erlebt eine aufregende Woche. Nachdem am Montag der Schweizer Personalvermittler Adecco die Übernahme der deutschen DIS AG angekündigt hatte, eröffnete am Dienstag Marktführer Randstad, dass er die traditionsreiche Bindan-Gruppe kauft. Zum Preis machten die Unternehmen keine Angaben.

FRANKFURT. Randstad will mit dem Kauf des ältesten deutschen Zeitarbeitsunternehmens Bindan im lukrativeren Geschäft mit höher qualifizierten Zeitarbeitern expandieren. Bislang macht Randstad nach Unternehmensangaben rund 60 Prozent seines Umsatzes in Deutschland mit der Vermittlung von ungelernten Arbeitskräften. Dieses Segment steht nach Angaben von Branchenexperten stark unter Preisdruck. Zudem werden solche Stellen in der Industrie zunehmend ins kostengünstigere Ausland verlagert.

Die 1960 gegründete Bindan-Gruppe ist auf die Überlassung von kaufmännischen und gewerblichen Fach- und Führungskräften spezialisiert. Zudem ist sie mit der Teccon GmbH im Bereich Engineering tätig: Im Rahmen von Werkverträgen planen und bauen Ingenieure und Konstrukteure beispielsweise Autos oder Teile von Flugzeugen oder Schiffen.

„Das Angebot von Randstad war attraktiv“, begründet ein Sprecher der in Stuhr bei Bremen beheimateten Bindan-Gruppe, warum die Eigentümerfamilien Bindan und Schulze verkauft haben. Die Bindan-Gruppe ist 2005 um knapp 17 Prozent auf 148 Mill. Euro Umsatz gewachsen, ein Drittel davon entfällt auf Teccon. Zum Gewinn gibt es keine Angaben.

Randstad stärkt mit der Übernahme seine Präsenz in Norddeutschland und baut seine Marktführerschaft in Deutschland aus. 2004 hatte Randstad laut einer Umfrage der auf Branchenstudien des Dienstleistungssektors spezialisierten Unternehmensberatung Lünendonk mit einem Umsatz von 595 Mill. Euro einen Marktanteil von neun Prozent; Bindan kam auf 1,7 Prozent. Adecco würde auf Basis der Zahlen von 2004 mit dem Kauf der DIS AG zum zweitgrößten Anbieter in Deutschland aufsteigen und knapp neun Prozent Marktanteil erreichen. „Die Konsolidierung im deutschen Zeitarbeitsmarkt beschleunigt sich“, sagt Hartmut Lüerßen, Geschäftsführer bei Lünendonk. Im fragmentierten deutschen Zeitarbeitsmarkt, in dem mehr als 4 500 Unternehmen tätig sind, werde dies nicht die letzte Übernahme in diesem Jahr sein, ist sich Lüerßen sicher.

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