Überprüfung von Achsen
Einschränkungen für ICE-Reisende

In ganz Deutschland kommt es am Samstag zu Verspätungen und Zugausfällen für Fernreisende. Fast alle Hochgeschwindigkeitszüge ICE T sind derzeit stillgelegt, um die Achsen zu überprüfen. Unterdessen wird der Ton zwischen Bahn-Chef Mehdorn und dem Hersteller-Konsortium deutlich schärfer.

BERLIN. Einschränkungen gibt es besonders auf mehreren wichtigen ICE-Linien in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Wie die Bahn auf ihrer Internetseite ankündigte, fahren Ersatzzüge mit weniger Sitzplätzen. Zudem sei verbreitet mit Verspätungen bis 30 Minuten zu rechnen. Bis Freitag könne der reguläre Fahrplan nicht eingehalten werden. Zur Begründung hatte die Bahn darauf verwiesen, dass die ICE-Bauer Siemens, Alstom und Bombardier keine klaren Garantien zum sicheren Betrieb der Züge gegeben hätten.

Bahn-Chef Mehdorn hat nun die ICE-Hersteller Siemens und Bombardier ultimativ zu "klaren und verbindlichen Aussagen über die Haltbarkeit und Prüfintervalle der ICE-Achsen" aufgefordert. Dies sei nötig, um einen zuverlässigen Fahrplan im Fernverkehr in nächster Zeit noch sicherstellen zu können.

Der Konflikt zwischen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und dem Hersteller-Konsortium gewinnt deutlich an Schärfe. In einem Brief an Siemens beklagte Mehdorn einem Medienbericht zufolge die fehlenden Angaben zur Achsbelastung der Züge. Sollte den Problemen einem Herstellerfehler zugrunde liegen, will der Bahn-Chef Schadensersatz fordern.

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, konnte sich das Herstellerkonsortium aus Siemens, Alstom und Bombardier bei einem Treffen am Freitag mit Mehdorn nicht auf verbindliche Prüfintervalle und Angaben zur Haltbarkeit für die problematischen Achsen festlegen. Für den Bahn-Chef dränge sich daher die Frage auf, „nach welchen Kriterien sie diese Züge für uns entwickelt haben“.

In einem Brief an den Siemens-Zentralvorstand Heinrich Hiesinger beschwerte sich Mehdorn, dass die Prüfintervalle von 480 000 Kilometern auf wahrscheinlich rund ein Zehntel reduziert würden. Als „völlig inakzeptabel“ wies er zudem zurück, dass die Hersteller offenbar noch bis zu sechs Wochen bräuchten, um Angaben zur Belastbarkeit der Achsen machen zu können.

Laut einem Bericht des „Tagesspiegel am Sonntag“ stellt sich für die Bahn zudem die Regressfrage, sollten die Probleme mit den Radsatzwellen auf Herstellerfehler zurückzuführen sein. Ausschlaggebend ist den Angaben zufolge der Bericht der Bundesanstalt für Materialprüfung. Es prüft, warum die Achse eines ICE 3 im Juli in Köln gebrochen war. Bislang lägen keine Resultate vor. Auch die Höhe des bislang durch Zugausfälle und Verspätungen entstandenen Schadens lässt sich noch nicht beziffern.

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