Überwältigende GDL-Mehrheit für Arbeitskampf
Ab Donnerstag wird bei der Bahn gestreikt

Die Deutsche Bahn steht mitten in der Urlaubszeit vor dem größten Streik seit 15 Jahren. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hat sich in einer Urabstimmung mit überwältigender Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Am Donnerstag soll zum Auftakt der Güterverkehr auf der Schiene bundesweit lahmgelegt werden.

HB FRANKFURT. Der Personenverkehr solle zunächst nicht bestreikt werden, teilte die GDL am Montag nach einer Sitzung ihrer Führungsgremien in Frankfurt mit. Es könne aber dennoch zu Auswirkungen auf den Personenverkehr kommen. Zuvor hatten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 95 Prozent der in der GDL organisierten Bahn-Beschäftigten für einen Streik ausgesprochen. Damit will die Gewerkschaft einen eigenen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen um mehr als 30 Prozent durchsetzen.

„Wir hoffen, dass wir den Arbeitgeber mit diesem zeitlich befristeten Streik doch noch zur Räson bringen“, sagte GDL-Chef Manfred Schell bei der Bekanntgabe erster Streikmaßnahmen. Die Schuld für den Ausstand trage der Vorstand der Deutschen Bahn, weil er nicht bereit sei, bis Dienstagabend ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Der Beginn und das Ende der zeitlich befristeten Arbeitsniederlegungen der Lokführer würden erst kurz vor Streikbeginn bekannt gegeben, kündigte die GDL an. Zum bundesweiten Streik im Personen-Verkehr auf der Schiene wird es demnach vorerst nicht kommen. Befürchtet worden war, dass Mill. Berufspendler und Urlauber in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Ein Ultimatum der GDL, den Streik durch ein verbessertes Angebot bis Dienstagabend abzuwenden, wies die Bahn zurück. Sie setzt weiter auf eine juristische Klärung des Tarifstreits. Die Bundesregierung appellierte nochmals an die Streitparteien, auf eine Verhandlungslösung hinzuarbeiten.

Streikkassen gut gefüllt

Mit 95,8 Prozent der abgegeben gültigen Stimmen hätten sich die Mitglieder mehrheitlich für einen Streik ausgesprochen, sagte GDL-Chef Schell. Dass die Gewerkschaft noch keinen genauen Zeitpunkt für den Streikbeginn und das -ende nannte, begründete er damit, dass sie dem Arbeitgeber nicht die Chance geben wolle, die Streikauswirkungen abzudämpfen. „Die Streikkassen sind gut gefüllt“, versicherte der GDL-Chef. Dadurch, dass der Bahnvorstand mit Hartmut Mehdorn an der Spitze sich der Vorlage eines verhandlungsfähigen Angebots verweigere, habe er den Streik selbst provoziert.

Die Bahn erteilte dieser Forderung eine Absage und forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Es sei unverantwortlich, wenn die Gewerkschafter Mill. Menschen daran hindern wollten, in den Urlaub zu fahren oder zur Arbeit zu kommen, kritisierte Personalvorstand Margret Suckale, allerdings noch in Erwartung einer Arbeitsniederlegung im Personenverkehr. Vieles, was die GDL fordere, habe die Bahn längst auf den Verhandlungstisch gelegt. Für den Arbeitskampf hat Bahnchef Mehdorn eine harte Linie angekündigt.

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