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Eurowings-Flugbegleiter kündigen Streiks an

Die Flugbegleiter der Lufthansa-Billigtochter Eurowings planen der Gewerkschaft Ufo zufolge einen Arbeitsausstand. Die Konzernspitze ließe sich auf keine Schichtung ein. Schon am Montag könnte der Streik beginnen.
Update: 20.10.2016 - 15:23 Uhr 4 Kommentare
Die Crews der Lufthansa-Billigtochter Eurowings bleiben am Boden – die Flugbegleitergewerkschaft Ufo kündigt Streiks an. Quelle: dpa
Eurowings

Die Crews der Lufthansa-Billigtochter Eurowings bleiben am Boden – die Flugbegleitergewerkschaft Ufo kündigt Streiks an.

(Foto: dpa)

Mörfelden-WalldorfDer Lufthansa-Billigtochter Eurowings drohen mitten in den Herbstferien in weiten Teilen Deutschlands Streiks. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo kündigt Arbeitsniederlegungen bei der Airline an. Ab dem Montag kommender Woche könne in den dann folgenden 14 Tagen immer wieder gestreikt werden, erklärte Nicoley Baublies, Tarifvorstand der UFO, in einer Videobotschaft am Nachmittag. „Wir werden den Arbeitgeber und die Passagiere rechtszeitig vor den Arbeitskämpfen informieren“, sagte Baublies, ohne weitere Details zu nennen.

Da sich die Eurowings-Spitze nicht auf eine Schlichtung einlassen wolle, bleibe der Gewerkschaft keine Wahl, als mit Arbeitskampfmaßnahmen „die Forderungen der Kabine“ durchzusetzen.

Offen ist weiterhin, wie umfangreich die Arbeitskämpfe werden. Denn der strittige Tarifvertrag betrifft nur die Crews der „alten“ Fluggesellschaft Eurowings. Das sind 23 der insgesamt rund 90 Jets der Airline. Tarifrechtlich darf UFO also nur die Crews dieser Flugzeuge zu Arbeitsniederlegungen aufrufen.

Die übrigen Maschinen werden von Germanwings-Crews geflogen – im sogenannten „Wet Lease“ für Eurowings, Flugzeuge und Crews also von Eurowings angemietet. Zwar soll Germanwings mittelfristig ganz in Eurowings aufgehen. Doch aktuell haben die Besatzungen einen gültigen Tarifvertrag, dürfen also nicht streiken. Insgesamt beschäftigt Eurowings rund 2.500 Stewards und Stewardessen.

UFO-Vorstand Baublies wollte sich auf Handelsblatt-Nachfrage bei dieser Frage nicht in die Karten schauen lassen „Mittel- und langfristig können Streiks auch bei anderen Eurowings-Flugbegtrieben nicht ausgeschlossen werden“, deutete er allerdings eine mögliche Ausweitung der Arbeitsniederlegungen an.

Das sind Europas größte Billigflieger
SunExpress
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Die 1989 gegründete türkische Airline hat eine Flotte von 64 Fliegern und erwirtschaftet jährlich 1,1 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland fliegt die Airline unter anderem Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München an.

Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

Stand (Größe der Flotte): Mai 2016

Transavia
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Die niederländische Tochter von Lufthansa-Rivale Air France bietet seit dem 30. Mai zwölf innerdeutsche Flüge pro Woche zwischen München und Berlin-Schönefeld an. Insgesamt verfügt die Airline über 66 Flieger und setzt 1,1 Milliarden Euro im Jahr um.

Pegasus
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Zuletzt konnte der türkische Billigflieger beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen. Zwischen 2005 und 2014 hat sich der Umsatz verdreifacht. Mittlerweile beträgt er 1,1 Milliarden Euro. Zehn Prozent der internationalen Flüge aus der Türkei gehen auf das Konto der Airline. Die Flotte besteht aus 67 Fliegern.

Wizz Air
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Die Ungarn haben die niedrigsten Kosten in Europa, die nach Ryanair höchste Gewinnmarge und in ihrer osteuropäischen Heimat wenig Konkurrenz. Allerdings verschreckt Wizz mit ihrem extremen Geizservice, bei dem selbst Handgepäck an Bord extra kosten kann und fliegt meist nur kleine Städte an. Trotzdem setzt Wizz mit 67 Flugzeugen 1,4 Milliarden Euro um.

Eurowings
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Die Lufthansa-Tochter hat von der wohlhabenden Mutter die Vielflieger und das starke Bonusprogramm geerbt. Dazu hat Eurowings nach der Mutter die wertvollsten Startzeiten im wirtschaftlich starken Deutschland. Die Flotte verfügt aktuell über 89 Flieger. Der Umsatz beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Norwegian
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Die Skandinavier beherrschen mit Norwegen den wohlhabendsten Flugmarkt in Europa. Dazu haben sie die beste Risikostreuung. Das Problem: Die Airline ist außerhalb Skandinaviens oft zu klein und bestenfalls noch in Großbritannien und Teilen Spaniens eine bekannte Marke, nicht aber in Deutschland und Frankreich. Trotzdem setzen die Norweger mit 98 Flugzeugen 2,4 Milliarden Euro um.

Vueling
7 von 10

Im extrem umkämpften spanischen Markt hat Vueling dank ihrer Heimat Barcelona noch die beste Stellung. Die Konzernmutter IAG mit British Airways (BA) lässt ihrer Billigtochter viel Freiheit. Dazu erflog sich Vueling dank Serviceneuerungen einen guten Ruf. Vueling ist trotz allem etwas klein und nur in Spanien, Italien und Frankreich bekannt. Den großen Sprung in die hochpreisigen Märkte in Nordeuropa hat die Linie bisher gescheut. Mit 105 Flugzeugen setzen die Spanier jährlich zwei Milliarden Euro um.

„Kunden sollten sich unabhängig davon, wer ihren Flug durchführt, bei Eurowings erkundigen, ob ihr Flug nur verspätet ist oder ausfällt.“ UFO könnte die Germanwings-Crews zum Beispiel zu einem Solidarstreik aufrufen.

Der Konflikt zwischen Ufo und Eurowings schwelt bereits seit fast drei Jahren. Im Kern geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Flugbegleiter. Da man sich nicht einigen konnte, brach Ufo die Verhandlungen Ende September ab und droht seitdem mit Streik.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will die Billigplattform massiv ausbauen, um mit Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet mithalten zu können. Deshalb verhandelt er unter anderem gerade mit der Golf-Airline Etihad – Großaktionär von Air Berlin – über das Anmieten von bis zu 40 Flugzeugen samt Crew von Air Berlin. Gleichzeitig soll die Lufthansa-Beteiligung Brussels in Eurowings integriert werden.

Baublies sagte, dass diese aktuellen Entwicklungen die Gespräche mit dem Eurowings-Management zusätzlich erschwert hätten: „Wir haben die Eurowings-Pläne immer positiv begleitet.“ Man habe dabei auch schwierige Entscheidungen akzeptiert, etwa die Verlagerung von Betriebsteilen ins Ausland. Aber nach drei Jahren müsse man erkennen, dass „Tarifflucht das Ziel ist, nicht eine Begleiterscheinung der Pläne“.

Besonders schwer zu knabbern hat die Flugbegleitergewerkschaft an der jüngsten Aussage des Managements, bei Eurowings in Deutschland kein Personal mehr aufbauen zu wollen. Neue Stellen will man fast ausschließlich im Ausland schaffen. So sollen laut Baublies zum Beispiel in Palma de Mallorca Flugzeuge stationiert werden, die von dort nach Deutschland reinfliegen. Üblicherweise haben Flugzeuge deutscher Airlines auch deutsche Basen, sind also mitsamt der Crew an deutschen Flughäfen stationiert und unterliegen hiesigen Sozialstandards.

Die Folge dieser Entwicklung: Die Idee, neues Personal zu günstigeren Tarifen einzustellen und damit Bestandspersonal mit besseren Tarifen abzusichern, funktioniert nicht mehr. Laut Baublies habe das Management hier keinerlei Zusagen mehr machen wollen. Deshalb sehe man keine andere Möglichkeit als Streik.

Der könnte nach Ablauf der zwei Wochen sogar in unbefristete Arbeitsniederlegungen münden, sollte bis dahin nicht wieder Bewegung in den Tarifkonflikt kommen. „Wir werden die Mitarbeiter während der kommenden zwei Wochen dazu befragen", erklärte Baublies. Nur eines sicherte er schon jetzt zu: „An Weihnachten werden wir nicht streiken.“

Das sind die Renditekönige der Lüfte
Air Berlin
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Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft ist seit Jahren einer der größten Geldvernichter der europäischen Luftfahrt. Im vergangenen Jahr betrug die operative Marge minus 7,5 Prozent. Fehlende Integration der zahlreichen Zukäufe und ein zu unklares Geschäftsmodell sind die Ursachen.

Air France-KLM
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Der Zusammenschluss der französischen Air France mit der niederländischen KLM im Jahr 2004 war die erste große Fusion in der europäischen Branche. Wirtschaftlich weiter gebracht hat sie beide Unternehmen nicht. Mit einer Marge von gerade einmal 4,28 Prozent ist die Airline eher schwach aufgestellt. Vor allem das streikfreudige Personal in Frankreich verhindert bislang harte Reformen.

Lufthansa
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Der deutsche Branchenprimus, zugleich nach Umsatz und Passagierzahlen die größte europäische Airline, wird seit Jahren umgebaut. Doch der Prozess dauert, auch weil die Mitarbeiter sich von früheren Zusagen zum Beispiel bei der Altersversorgung verabschieden müssen. Doch der Kurs zahlt sich langsam aus, die Marge lag 2015 bei 4,85 Prozent.

Emirates
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Die älteste der drei Airlines vom Persischen Golf schaffte im vergangenen Jahr die ansehnliche Marge von 9,80 Prozent. Ihr Vorteil: Mit dem Drehkreuz in Dubai und einer überwiegend aus Langstreckenmaschinen bestehenden Flotte arbeitet sie sehr effizient. Zudem bekommt die Airline volle Rückendeckung durch die Regierung.

IAG
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Die Gesellschaft entstand Anfang 2011 durch den Zusammenschluss der britischen British Airways und der spanischen Iberia. Hartes Management und weitere Übernahmen wie etwa die der Billig-Airline Vueling und der irischen Aer Lingus machten aus der Gruppe eine der renditeträchtigsten Airlines in Europa mit einer Marge von 10,22 Prozent im vergangenen Jahr. Inwieweit dieser Wert nach dem Brexit-Votum der Briten gehalten werden kann, ist allerdings offen.

Turkish Airlines
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Gleichauf bei der Rendite mit der IAG liegt Turkish Airlines (10,22 Prozent). Die Fluggesellschaft ist in den zurückliegenden Jahren rasant gewachsen. Ähnlich wie am Persischen Golf wird sie stark von der Regierung unterstützt, die sie als Treiber des Wirtschaftswachstums sieht. Offen ist, welche Folgen die zunehmende Isolation der Türkei für die Airline haben wird.

United Continental
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United Continental entstand 2010 durch die Fusion von United Airlines mit Continental Airlines. Der Zusammenschluss zog sich über mehrere Jahre hin, zum Beispiel flogen noch bis 2015 beide Airlines mit eigenem Personal. Auch die Integration der Informationstechnik dauerte. Das ging zu Lasten der Marge, United ist mit 13,64 Prozent das Schlusslicht unter den vier großen US-Airlines.

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4 Kommentare zu "Ufo: Eurowings-Flugbegleiter kündigen Streiks an"

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  •  Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  •  Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  •  Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "Flugbegleiter (wahlweise Lotsen/Piloten) kündigen Streiks an"

    Na, ist ja mal wieder ganz was Neues. Da wird uns wenigstens nicht langweilig.

    Sehen wir es mal so: Umso größer die Glücksgefühle, wenn eine geplante Flugreise gegen alle Erwartungen völlig reibungslos abläuft...

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