Uhren-Industrie
Swatch muss Konkurrenten beliefern

Wegen marktbeherrschender Stellung muss der Schweizer Uhren-Primus Swatch die Konkurrenz mit Uhrwerks-Komponenten beliefern. Und das wird noch länger so bleiben, wenn es nach der örtlichen Wettbewerbsbehörde geht.
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ZürichDer Schweizer Swatch-Konzern muss seine Konkurrenz ein weiteres Jahr lang wie bisher mit Uhrwerken und Uhrwerks-Komponenten beliefern. Die Wettbewerbsbehörde (WEKO) kann nach Angaben vom Dienstag die im Vorjahr begonnene kartellrechtliche Untersuchung gegen das Unternehmen nicht bis zur Jahresmitte abschließen und ordnet deshalb an, dass der Marktführer die Branche 2013 im gleichen Ausmaß wie dieses Jahr beliefern muss. "Die Verlängerung soll den Unternehmen der Uhrenindustrie ermöglichen, das nächste Geschäftsjahr frühzeitig planen zu können", wie die Behörde mitteilte. Die Bestellfristen für Uhrwerke betragen üblicherweise mehrere Monate.

Weil Swatch Kapazitäten für die eigene Produktion benötigt, will das Unternehmen langfristig aus der Auftragsherstellung mechanischer Uhrwerke aussteigen. Wegen der dominanten Markstellung des Unternehmens in der Schweizer Uhrenindustrie gilt das Vorhaben aber als umstritten. Deshalb beschloss die WEKO im Vorjahr, dass die Liefermengen nur langsam heruntergefahren werden dürfen: 2012 bei Uhrwerken auf 85 Prozent und bei anderen Komponenten auf 95 Prozent der 2010 verkauften Menge. Diese Werte gelten nun auch für kommendes Jahr.

Die dominante Stellung von Swatch in der Schweizer Uhrenindustrie geht eng einher mit der Gründung der Uhrenmarke durch Nicolas Hayek, den Erfinder der gleichnamigen Uhr. Dank des Erfolgs der Billiguhren war es Hayek gelungen, die Schweizer Uhrenindustrie, die sich in den 70er-Jahren in einer schweren Krise befand, zu retten. Zum Konzern gehören heute Luxusmarken wie Breguet, Blancpain, Glashütte, Omega und Longines.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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