Uhren und Autobatterien Investoren sind skeptisch bei Swatch-Strategie

Eine innovative Batterie für Elektro-Autos soll Swatch helfen. Denn der Schweizer Uhrenhersteller leidet unter dem starken Franken und der Zurückhaltung in China. Doch Investoren glauben nicht an die neue Strategie.
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Die angekündigten innovativen Batterien für Elektro-Autos lassen auf sich warten. Experten bezweifeln ohnehin die erwarteten Umsatzzahlen des Swatch-Vorstands. Quelle: Reuters
Swatch-Chef Nick Hayek

Die angekündigten innovativen Batterien für Elektro-Autos lassen auf sich warten. Experten bezweifeln ohnehin die erwarteten Umsatzzahlen des Swatch-Vorstands.

(Foto: Reuters)

ZürichNoch vor zwei Jahren waren die Luxusuhren der Swatch Group heiß begehrt. Der Konzern erzielte Rekordumsätze mit Nobelmarken wie Blancpain, Omega oder Glashütte, aber auch mit den günstigen Plastikuhren der Kernmarke Swatch. Doch inzwischen ist der Glanz etwas verblasst. Eine Absatzflaute hat dem Überschwang Platz gemacht und auch die versprochenen Milliarden-Umsätze mit einem neuen Produkt, einer innovativen Autobatterie, liegen in weiter Ferne. Angesichts der Halbierung des Aktienkurses leidet der Ruf von Konzernchef Nick Hayek bei den Anlegern. „Hayek hat einiges an Glaubwürdigkeit bei den Investoren eingebüßt, weil seine Vorhersagen nicht immer eingetroffen sind”, sagt etwa EFG-Fondsmanager Urs Beck: „Wenn er zehn sagt, können es auch fünf sein.”

Wie die ganze Schweizer Uhrenbranche leidet auch der Weltmarktführer unter dem starken Franken, ein weiterer Belastungsfaktor sind die Antikorruptionsbemühungen in China, wo teure Uhren als Bestechungsgeschenke aus der Mode gekommen sind. Zudem vergraulten Terroranschläge in Europa die kauffreudigen Touristen aus dem Nahen und Fernen Osten. Seit 17 Monaten befinden sich die Schweizer Uhrenexporte im Sinkflug.

Andere Probleme bei Swatch sind hausgemacht: Der Konzern muss für seine Reaktion auf die Krise Kritik einstecken. „Die Strategie von Swatch entspricht nicht dem aktuellen Marktumfeld, das Produktionskürzungen erwarten ließe”, sagte Bernstein-Analyst Mario Ortelli. Während etwa der Genfer Konkurrent Richemont einen Stellenabbau angekündigt und die Führung ausgewechselt hat, will Swatch von tiefen Einschnitten nichts wissen. Ein Firmensprecher wollte sich nicht zur Kritik an der Strategie des Unternehmens äußern, erklärte aber, eine Reduktion der Produktionskapazität sei weder jetzt noch in Zukunft ein Thema.

Ob sich in der Krise die Strategie von Swatch oder von Richemont als richtig erweist, wird sich noch zeigen. „Eine der beiden Firmen scheint sich falsch zu verhalten”, sagte ein Fondsmanager.

Die zehn beliebtesten Luxusgüter der Welt
Rang 10: Luxus-Kreuzfahrten
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Die Demografie- und Einkommensentwicklung wirkt sich positiv auf die Luxus-Kreuzfahrt-Industrie aus. Rund zwei Milliarden Euro Umsatz wurden 2015 in diesem Marktsegment erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2014 ist der Markt um vier Prozent (wechselkursbereinigt) gewachsen. Damit sind Kreuzfahrten unter den Reichen nach wie vor sehr gefragt. Insbesondere Fahrten zu ungewöhnlichen Reisezielen waren in diesem Jahr beliebt.

Rang 9: Luxus-Jachten
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Der Luxus-Jacht-Markt stagniert. 2015 wurden – genauso wie im Vorjahr – weltweit sieben Milliarden Euro in diesem Segment umgesetzt. Das reicht jedoch aus, um einen Platz in der Top Ten der beliebtesten Luxusgüter zu ergattern. Eine positive Tendenz hat sich zudem abgezeichnet: Die Nachfrage nach Halbfertigerzeugnissen in der Industrie aus China und dem Vereinigten Königreich ist zuletzt gestiegen.

Rang 3: Luxuriöse Privatjets
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Privatjets waren 2015 das achtgrößte Segment auf dem Luxusgütermarkt mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage um 14 Prozent gewachsen, wechselkursbereinigt ist das Wachstum jedoch sogar um einen Prozent gesunken. Nordamerika ist hier der stärkste Markt.

Rang 7: Hochwertige Designerwaren
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Das zweite Jahr in Folge ist die Nachfrage auf dem Designmarkt gestiegen – wechselkursbereinigt um vier Prozent auf 32 Milliarden Euro. Beliebt waren im vergangenen Jahr vor allem hochwertige Wohn- und Schlafzimmermöbel, sowie Designerlampen. Besonders der europäische Markt konnte von den positiven Wechselkursentwicklungen profitieren, insbesondere Italien und Deutschland kam dies zugute. Den größten Verkaufskanal bildet nach wie vor der Großhandel (66 Prozent), der Online-Handel macht in diesem Segment zurzeit noch einen geringen Anteil aus, wächst aber stetig.

Rang 6: Bildende Künste
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Luxusgüter aus der bildenden Kunst machen 70 Prozent des gesamten Kunstmarkts aus. Die sich schnell entwickelnden Online-Kanäle bilden eine vielversprechende Plattform für interessierte Sammler, die noch keine Marktkenner sind. Der größte Markt ist in diesem Segment die USA, der vor allem in New York floriert.

Rang 5: Delikatessengeschäft
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Ähnliches gilt für das Delikatessengeschäft. In diesem Segment wurden 2015 45 Milliarden Euro umgesetzt, der Markt ist im Vergleich zu 2014 um vier Prozent gewachsen. Insgesamt wurden in der Sparte mit dem Delikatessengeschäft und Luxus-Spirituosen 108 Milliarden Euro auf der ganzen Welt umgesetzt.

Rang 4: Luxusweine und Spirituosen
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Mit Luxusweinen und Spirituosen wurden 2015 64 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht einem Wachstum von drei Prozent (wechselkursbereinigt) im Vergleich zum Vorjahr. Auf der ganzen Welt konnte Luxuswein ein solides, organisches Wachstum verzeichnen. Experten rechnen zukünftig mit einer besonders starken Kaufkraft der Touristen in diesem Marktsegment, da sie den Wertverlust des Euro für Luxus-Shoppingtouren in Europa nutzen.

Ein Fragezeichen setzen die Investoren auch hinter die Erfolgsaussichten der von Hayek vor rund einem Jahr in mehreren Zeitungsinterviews angekündigten Batterie zum Antrieb von Elektrofahrzeugen.

Elektromobilität gilt als attraktiver Wachstumsmarkt. Bis 2025 soll der Marktanteil von Elektroautos in Europa auf 20 bis 25 von derzeit unter einem Prozent steigen. „Ab 2020 dürfte die Kurve der Elektrofahrzeuge steil nach oben gehen”, glaubt auch Thiemo Lang von der auf nachhaltige Anlagen spezialisierten RobecoSAM in Zürich.

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