Uhrenhersteller Breitling Finanzinvestor will Promi-Uhren

Der Finanzinvestor CVC übernimmt den Schweizer Uhrenhersteller Breitling. Damit verliert einer der letzten unabhängigen Produzenten seine Eigenständigkeit.
Update: 28.04.2017 - 13:24 Uhr Kommentieren
Prominente Träger der Uhren sind unter anderem John Travolta, Russell Crowe und David Beckham. Quelle: Reuters
Breitling-Uhren

Prominente Träger der Uhren sind unter anderem John Travolta, Russell Crowe und David Beckham.

(Foto: Reuters)

GrenchenSeit Dezember schon gab es Gerüchte. Doch jetzt ist es amtlich: Der Schweizer Luxusuhrenhersteller Breitling bekommt einen neuen Eigentümer. Die Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners wird Breitling übernehmen, teilte der Finanzinvestor am Freitag mit. Nach Angaben aus Finanzkreisen wird Breitling in der Akquisition mit deutlich mehr als 800 Millionen Euro bewertet. Die Familie um Théodore Schneider soll mit 20 Prozent beteiligt bleiben. Maßgeblich engagiert bei dem Deal ist der ehemalige Goldman-Sachs-Manager Alexander Dibelius, der heute das Deutschlandgeschäft von CVC leitet. Breitling habe eine stolze Vergangenheit, es sei eine starke Marke und das Unternehmen genieße eine hohe Reputation in der Branche, erklärte Dibelius. „Wir von CVC waren beeindruckt von dem professionellen Focus und der Konzentration auf Produkt und Marke. Vielleicht haben wir uns deswegen auch sehr schnell mit dem Eigentümer Théodore Schneider auf eine Transaktion einigen können", erklärte Dibelius gegenüber dem Handelsblatt. Er arbeitete an der Transaktion eng mit dem CVC-Manager Daniel Pindur zusammen, der ebenfalls ein ehemaliger Goldman-Sachs-Banker ist. CVC hat bereits die Parfümeriekette Douglas im Portfolio, weltweit ist der Finanzinvestor bei 52 Firmen mit rund 250 000 Beschäftigten engagiert.

Breitling ist einer der letzten großen unabhängigen Hersteller von Luxusuhren in der Schweiz. Das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Grenchen im Jura-Gebirge fertigt in La Chaux-de-Fonds eigene mechanische Uhrwerke. Das 1884 gegründete Unternehmen, das für seine „Flieger-Uhren“ bekannt ist, gehört seit 1979 der Familie Schneider, mit der man bei CVC laut Dibelius zukünftig eng zusammenarbeiten wolle. Die Private-Equity-Gesellschaft will vor allem in das Asiengeschäft und das digitale Marketing investieren. CVC setzte sich im Verkaufsprozess dem Vernehmen nach gegen mehrere Hersteller von Luxusgütern durch.

Während viele Schweizer Uhrenhersteller unter dem Rückgang im Hongkong-Geschäft und den Terroranschlägen in Europa leiden, zeigt sich Breitling bislang davon wenig beeindruckt. Die Verkaufszahlen sind nach Einschätzung von Experten kaum zurückgegangen.

Das sind die neuen Luxusuhren-Trends
Uhr aus Käse
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Das Gehäuse dieser Uhr scheint aus Marmor hergestellt zu sein – es ist aber Käse, genau gesagt Vacherin Mont d'Or. Der Käse wurde pasteurisiert und dann mit Kunststoff gemischt und in Form gebracht. Ausgestellt wurde die Kreation der Marke H. Moser & Cie. in Genf auf dem SIHH. Das erst 2002 gegründete Unternehmen machte von Beginn an mit außergewöhnlichen Ideen von sich reden. Die Uhr trägt deswegen nicht umsonst den Namen „Swiss Mad Watch“. Der Preis des Unikats liegt bei 1.081.291 Franken.

Automatikuhr
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Das zum Richemont-Konzern gehörende Unternehmen Baume & Mercier deckt in der Gruppe das Einstiegssegment der Luxusuhren ab. Diese Automatikuhr mit Stahlband soll die sportlich maskuline Kundschaft ansprechen. Der Preis liegt je nach Ausführung des Armbandes bei rund 2000 Euro

Tourbograph
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Der Namensgeber, Unternehmensgründer nach der Wende und Mit-Inhaber, Walter Lange, verstarb am 16. Januar. Die Entwicklung des Tourbograph pour le Mérite hat Lange, der bis zum Schluss im Unternehmen präsent war, noch verfolgen können. Der Tourbograph erhält seinen Namen aus zwei seiner Komplikationen, die verbaut wurden: Dem Tourbillon und dem Chronograph. Dazu kommt noch ein ewiger Kalender. 684 Teile sind im Uhrwerk verbaut. Der Preis für eines der 50 Modelle, die gefertigt werden: 480.000 Euro.

Aquapod
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Das Unternehmen MB&F möchte keine Uhren, sondern Skulpturen für den Arm entwerfen, die zudem die Zeit anzeigen. Für das Modell Aquapod haben sich die Gestalter an einem der unbeliebtesten und gleichzeitig faszinierendsten Tiere orientiert: Der Qualle. Das gewölbte Gehäuse soll im Profil einer aufsteigenden Qualle ähneln. Zugleich versprechen die Entwickler eine gute Ablesbarkeit. In Höhe des weißen Dreiecks auf der Unterseite der Halbkugel ist die Zeit abzulesen - in diesem Fall 8 Uhr und 35 Minuten. Der Preis für die Uhr: sechsstellig.

Luminor
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Schwärzer als die Nacht – das ist nur eine der Besonderheiten der Luminor Panerai Lab-ID Luminor 1950 Carbotech. Das Zifferblatt ist ein extremes Tiefschwarz. Das Gehäuse besteht aus einer Carbonmischung, darin steckt auch der Clou: Die Carbonteile benötigen im Gegensatz zu herkömmlichen mechanischen Uhren keinen Schmierstoff mehr. Die Uhr ist damit wartungsfrei, da keine Fette enthalten sind. Panerai plant, für die Uhr eine Garantie von 50 Jahren auszuloben. Der Preis liegt bei 50.000 Euro.

Jaeger LeCoultre
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Drei Mitglieder einer neuen Familie. Die Schweizer Marke Jaeger LeCoultre bringt neben exorbitant teuren Preziosen dieses Jahr auch ein Friedensangebot in der Welt der Luxusuhren auf den Markt. Zwischen 6000 bis 10.000 Euro liegen diese Modelle, beginnend bei einer einfachen Dreizeiger-Uhr mit Datum über eine Weltzeituhr bis zu einem Chronographen. Nach Jahren des teurer, teurer, teurer, besinnen sich die Uhrenhersteller wieder derjenigen, die weder das Geld eines Kleinwagens, Wagenparks oder Villa in eine mechanische Luxusuhr investieren möchten.

McLaren
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Von günstig oder Friedensangebot kann bei diesem Modell des Herstellers Richard Mille keine Rede sein. Die Uhr wurde in Kooperation mit dem Rennsportstall McLaren entwickelt und kostet mehr als eine Million Euro. Sie ist dafür extrem leicht dank des Graphen-Gehäuses, eines Werkstoffs, den Richard Mille in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern anfertigen konnte. Das Ergebnis ist der Superlativ „leichteste Uhr mit Tourbillon und Schleppzeiger-Chronograph“. Der Schleppzeiger-Chronograph erlaubt die Messung von Zwischenzeiten, der Tourbillon stammt aus der Welt der Taschenuhren und soll größere Genauigkeit bringen. Dabei dreht sich die Unruh in einem Käfig einmal die Minute um die eigene Achse. Bei Taschenuhren, die meist die ganze Zeit in einer Lage aufrecht in der Tasche ruhten, glich das Tourbillon den Einfluss der Schwerkraft aus - in einer Armbanduhr soll es vor allem der Beweis großer uhrmacherischer Fähigkeiten sein, denn der Zusammenbau gilt als sehr kompliziert.

Das Unternehmen Breitling selbst wollte sich am Firmensitz in Grenchen in der Schweiz nicht zu dem Geschäft äußern. CVC zitierte den Eigentümer Schneider aber mit den Worten: „Ich bin überzeugt davon, dass CVC der richtige Partner ist, um Breitling auf die nächste Stufe zu heben.“ CVC wolle die Marke ausbauen und die Digitalisierung der Marketing- und Vertriebskanäle vorantreiben, hieß es. Breitling veröffentlicht zwar keine Zahlen. Aber nach Angaben der öffentlichen Kontrollstelle für Schweizer Uhren produzierte Breitling zuletzt knapp 148.000 Uhren. Dem Vernehmen nach erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 420 Millionen Schweizer Franken (rund 389 Millionen Euro).

Der Rückgang im Hongkong-China-Geschäft trifft das Unternehmen nicht so stark wie viele Konkurrenten, weil Breitling bislang wenig Kunden in Asien hat, wie Vizepräsident Jean-Paul Girardin einmal in einem Interview sagte.

Aber der starke Schweizer Franken setzte in den vergangenen Jahren der stark exportgetriebenen, eidgenössischen Uhrenbranche zu. Außerdem muss sie sich gegen neue Produkte wie die Smart-Watch von Apple wehren und sich überlegen, wie sie junge Kunden gewinnen kann.

Bislang hatte sich Breitling als eine der wenigen größeren Hersteller von Luxus-Chronometern seine Unabhängigkeit bewahrt. Denn die meisten Luxusuhrenhersteller sind längst unter das Dach eines der großen Konglomerate geschlüpft. So gehören etwa Tag Heuer, Zenit und Hublot zum französischen Luxusriesen LVMH und Cartier und Piaget zur Richemont-Gruppe in der Schweiz.

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