Uhrenkonzern Gewinn von Swatch bricht ein

Die Konsumflaute hat dem Uhrenhersteller Swatch das vergangene Jahr vermiest. Der Gewinn des Weltmarktführers aus der Schweiz brach um 47 Prozent ein. Doch die Schweizer hoffen auf die Trendwende.
Update: 02.02.2017 - 09:36 Uhr Kommentieren
Der Uhrenhersteller aus der Schweiz hofft für 2017 auf ein gesundes Wachstum. Quelle: Reuters
Swatch

Der Uhrenhersteller aus der Schweiz hofft für 2017 auf ein gesundes Wachstum.

(Foto: Reuters)

ZürichDer Uhrenhersteller Swatch hofft nach zwei Jahren mit sinkenden Umsätzen und einbrechenden Gewinnen auf eine Trendwende. Im November, Dezember und Januar hätten die Erlöse im Uhren- und Schmuckgeschäft wieder angezogen und die operative Rendite habe sich „substanziell“ verbessert. „In Anbetracht der positiven Entwicklung der letzten drei Monate verspricht 2017 ein Jahr mit gesundem Wachstum zu werden“, erklärte der Weltmarktführer am Donnerstag.

Im vergangenen Jahr hatte dem Konzern, der neben den bekannten Plastikuhren auch Nobelmarken wie Blancpain, Omega oder Glashütte führt, das Ausbleiben von Touristen in Europa zu schaffen gemacht: Wegen der Terroranschläge hatten viele Reisende einen Bogen um die europäischen Innenstädte gemacht, die mit ihren glitzernden Uhren- und Schmuckläden stets kauffreudige Kundschaft aus aller Welt anlocken.

Wegen der Flaute sackte der Umsatz 2016 um gut ein Zehntel auf 7,6 Milliarden Franken ab. Der Gewinn brach um knapp die Hälfte auf 593 Millionen Franken ein. Das ist deutlich weniger, als von Analysten erwartet. Die Aktionäre sollen daher eine um zehn Prozent geringere Dividende von 6,75 Franken je Inhaberaktie und 1,35 Franken je Namenaktie erhalten.

Anlegern gefielen die Neuigkeiten nicht: Die Swatch-Aktie sackte 3,2 Prozent ab. Die unerwartet schlechte Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die vage Prognose dürften die Titel kurzfristig belasten, erklärten die Citi-Analysten.

Neben den Terroranschlägen sorgten auch neue Einreisebestimmungen aus China und die Sanktionen gegen Russland für Einbußen: Beides hielt Touristen von Reisen nach Europa ab. Lichtblicke gibt es jedoch im wichtigen Markt Festlandchina: Dort sei die Nachfrage in den vergangenen Monaten um mehr als 20 Prozent gestiegen. Auch in Hong Kong habe sich die Situation zuletzt normalisiert. Die von Swatch lang erhoffte Trendwende spiegle sich auch in der Entwicklung des zweiten Halbjahres, in dem sich die operative Rendite im Vergleich zum ersten Halbjahr um zwei Prozentpunkte verbessert habe, erklärte Swatch.

Das sind die neuen Luxusuhren-Trends
Uhr aus Käse
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Das Gehäuse dieser Uhr scheint aus Marmor hergestellt zu sein – es ist aber Käse, genau gesagt Vacherin Mont d'Or. Der Käse wurde pasteurisiert und dann mit Kunststoff gemischt und in Form gebracht. Ausgestellt wurde die Kreation der Marke H. Moser & Cie. in Genf auf dem SIHH. Das erst 2002 gegründete Unternehmen machte von Beginn an mit außergewöhnlichen Ideen von sich reden. Die Uhr trägt deswegen nicht umsonst den Namen „Swiss Mad Watch“. Der Preis des Unikats liegt bei 1.081.291 Franken.

Automatikuhr
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Das zum Richemont-Konzern gehörende Unternehmen Baume & Mercier deckt in der Gruppe das Einstiegssegment der Luxusuhren ab. Diese Automatikuhr mit Stahlband soll die sportlich maskuline Kundschaft ansprechen. Der Preis liegt je nach Ausführung des Armbandes bei rund 2000 Euro

Tourbograph
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Der Namensgeber, Unternehmensgründer nach der Wende und Mit-Inhaber, Walter Lange, verstarb am 16. Januar. Die Entwicklung des Tourbograph pour le Mérite hat Lange, der bis zum Schluss im Unternehmen präsent war, noch verfolgen können. Der Tourbograph erhält seinen Namen aus zwei seiner Komplikationen, die verbaut wurden: Dem Tourbillon und dem Chronograph. Dazu kommt noch ein ewiger Kalender. 684 Teile sind im Uhrwerk verbaut. Der Preis für eines der 50 Modelle, die gefertigt werden: 480.000 Euro.

Aquapod
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Das Unternehmen MB&F möchte keine Uhren, sondern Skulpturen für den Arm entwerfen, die zudem die Zeit anzeigen. Für das Modell Aquapod haben sich die Gestalter an einem der unbeliebtesten und gleichzeitig faszinierendsten Tiere orientiert: Der Qualle. Das gewölbte Gehäuse soll im Profil einer aufsteigenden Qualle ähneln. Zugleich versprechen die Entwickler eine gute Ablesbarkeit. In Höhe des weißen Dreiecks auf der Unterseite der Halbkugel ist die Zeit abzulesen - in diesem Fall 8 Uhr und 35 Minuten. Der Preis für die Uhr: sechsstellig.

Luminor
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Schwärzer als die Nacht – das ist nur eine der Besonderheiten der Luminor Panerai Lab-ID Luminor 1950 Carbotech. Das Zifferblatt ist ein extremes Tiefschwarz. Das Gehäuse besteht aus einer Carbonmischung, darin steckt auch der Clou: Die Carbonteile benötigen im Gegensatz zu herkömmlichen mechanischen Uhren keinen Schmierstoff mehr. Die Uhr ist damit wartungsfrei, da keine Fette enthalten sind. Panerai plant, für die Uhr eine Garantie von 50 Jahren auszuloben. Der Preis liegt bei 50.000 Euro.

Jaeger LeCoultre
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Drei Mitglieder einer neuen Familie. Die Schweizer Marke Jaeger LeCoultre bringt neben exorbitant teuren Preziosen dieses Jahr auch ein Friedensangebot in der Welt der Luxusuhren auf den Markt. Zwischen 6000 bis 10.000 Euro liegen diese Modelle, beginnend bei einer einfachen Dreizeiger-Uhr mit Datum über eine Weltzeituhr bis zu einem Chronographen. Nach Jahren des teurer, teurer, teurer, besinnen sich die Uhrenhersteller wieder derjenigen, die weder das Geld eines Kleinwagens, Wagenparks oder Villa in eine mechanische Luxusuhr investieren möchten.

McLaren
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Von günstig oder Friedensangebot kann bei diesem Modell des Herstellers Richard Mille keine Rede sein. Die Uhr wurde in Kooperation mit dem Rennsportstall McLaren entwickelt und kostet mehr als eine Million Euro. Sie ist dafür extrem leicht dank des Graphen-Gehäuses, eines Werkstoffs, den Richard Mille in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern anfertigen konnte. Das Ergebnis ist der Superlativ „leichteste Uhr mit Tourbillon und Schleppzeiger-Chronograph“. Der Schleppzeiger-Chronograph erlaubt die Messung von Zwischenzeiten, der Tourbillon stammt aus der Welt der Taschenuhren und soll größere Genauigkeit bringen. Dabei dreht sich die Unruh in einem Käfig einmal die Minute um die eigene Achse. Bei Taschenuhren, die meist die ganze Zeit in einer Lage aufrecht in der Tasche ruhten, glich das Tourbillon den Einfluss der Schwerkraft aus - in einer Armbanduhr soll es vor allem der Beweis großer uhrmacherischer Fähigkeiten sein, denn der Zusammenbau gilt als sehr kompliziert.

Die Schweizer fertigen nicht nur für die eigenen Marken, sondern beliefern auch die Konkurrenz mit Uhrwerken. Doch auch die kämpft mit der einbrechenden Nachfrage und hatte zuletzt deutlich weniger bestellt. Dennoch hatte Swatch nicht wie andere Hersteller in großem Stil seine Belegschaft reduziert. Die Verringerung der Belegschaft um 600 auf 35.700 Beschäftigte sei ausschließlich auf normale Fluktuation zurückzuführen, erklärte Swatch. Die Firma hofft, mit einem größeren Personalstand bei einer wieder anziehenden Nachfrage schnell reagieren und profitieren zu können. Bereits 2017 werde sich die Situation in der Produktion bessern, gab sich Swatch zuversichtlich.

Doch die Strategie des Konzerns stößt auch auf Kritik, etwa bei den Analysten von Bernstein: Zwar erwarten auch sie eine weitere Erholung der Industrie. Diese werde aber nicht ausreichen, um die Entscheidung von Swatch zu rechtfertigen, die Kapazitäten nicht zu reduzieren. „Wir sehen eine Entkoppelung zwischen dieser Strategie und der derzeit geringeren Nachfrage in der Uhrenindustrie“, erklärten sie.

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