Uhrenkonzern Swatch hakt die Krise ab

Nach Jahren sinkender Erträge konnte Swatch im abgelaufenen Jahr wieder den Gewinn steigern – und das um mehr als 27 Prozent. Auch die Aktionäre sollen von der guten Geschäftslage des Uhrenkonzerns profitieren
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Die stärkste Nachfrage verzeichnete der Konzern im Luxus- und Prestigesegment. Quelle: Reuters
Swatch-Uhren in Wien

Die stärkste Nachfrage verzeichnete der Konzern im Luxus- und Prestigesegment.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Erholung der Luxusgüterindustrie ist auch bei den Uhrenherstellern angekommen. Der Weltmarktführer Swatch steigerte dank einer markanten Nachfragesteigerung im Fernen und Nahen Osten nach Jahren sinkender Erträge den Gewinn um 27,3 Prozent auf 755 Millionen Franken. Der Umsatz stieg zu konstanten Wechselkursen um 5,8 Prozent auf 7,99 Milliarden Franken, wie die Bieler Firma am Dienstag mitteilte.

Die stärkste Nachfrage verzeichnete der Konzern im Luxus- und Prestigesegment, zu dem die teuren Zeitmesser der Marken Blancpain, Omega oder Glashütte zählen. Aber auch günstige Plastikuhren der Kernmarke Swatch, die Kinderuhr Flik Flak und die Modemarke Calvin Klein oder Tissot hätten sich dank einer markanten Beschleunigung im zweiten Halbjahr deutlich besser verkauft.

Auch in weiten Teilen Europas und Nordamerika konnte Swatch mehr absetzen. Einzig Spanien und Frankreich hätten der Entwicklung noch hinterhergehinkt.

Damit ist Swatch stärker gewachsen als die Branche, die nach zwei rückläufigen Jahren aber ebenfalls wieder ein leichtes Wachstum bei den Exporten verzeichnete. Die Ausfuhren von Schweizer Uhren stiegen 2017 um 2,7 Prozent auf 19,9 Milliarden Franken. Die Branche kämpfte gegen rückläufige Verkäufe, vor allem weil das Geschäft in China wegen der Antikorruptionsbekämpfungen der dortigen Regierung schleppend lief die Nachfrage der Touristen vom chinesischen Festland in Hongkong und Europa geschwächelt hatte.

Kürzlich hatten sich auch andere Luxusgüterhersteller wie der Genfer Konzern Richemont oder die französische LVMH-Gruppe positiv über die vergangenen Monate geäußert. Die Aktionäre sollen am Erfolg von Swatch teilhaben: Die Dividende wird um 11,1 Prozent auf 7,50 Franken je Inhaber- und auf 1,50 Franken je Namenaktie angehoben werden.

Für das laufende Jahr gibt sich Swatch zuversichtlich. „Die Swatch Group erwartet ein weiteres sehr positives Wachstum in Lokalwährungen im 2018,“ hieß es. Dabei dürfte Swatch zugutekommen, dass die Luxusmarke Omega als offizieller Zeitmesser bei den olympischen Spielen in Südkorea zum Einsatz kommt und damit in allen Medien präsent sein wird.

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die Aktie stieg in einem schwächeren Markt über drei Prozent auf 416,50 Franken. Das ist der höchste Stand seit Mitte August 2015.

Das zweite Halbjahr sei stärker als erwartet gewesen, kommentierte Rene Weber von der Bank Vontobel. Swatch gewinne im unteren Preissegment Marktanteile, sagte Jon Cox von Kepler Cheuvreux. Traditionelle Hersteller von Quarzuhren zögen sich im Zusammenhang mit den mit Zusatzfunktionen ausgestatteten Smartwatches und der Apple Watch des iPhone-Herstellers Apple aus dem Geschäft zurück. Aber auch bei den teuren Zeitmessern dürfte Swatch im Großhandel zulegen, weil Konkurrenten Läden geschlossen hätten.

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