Ukraine-Krise Otto wagt keine Prognose

Der Versandhauskonzern Otto traut sich angesichts der Ukraine-Krise und weltweiten Währungsturbulenzen keine konkreten Geschäftsziele zu. Dabei kann sich der Konzern nicht über schlechte Zahlen beschweren.
Update: 21.05.2014 - 15:46 Uhr Kommentieren
Nach Ottos Einschätzungen ist eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich. Quelle: dpa

Nach Ottos Einschätzungen ist eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich.

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HamburgDer Versandhauskonzern Otto setzt immer stärker auf das Online-Geschäft. Während der Anteil des stationären Ladengeschäfts am Konzernumsatz stagniert und mit klassischen Katalogen immer weniger Geld zu machen ist, boomen dank Smartphones und Tablet-Computern die Bestellungen über das Internet. Im angelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende Februar) wuchsen die Erlöse der weltweit mehr als 100 Online-Seiten um 6,4 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro - 61 Prozent der Einzelhandelsumsätze des Hamburger Familienunternehmens stammen inzwischen aus dem Internet, wie der Vorstand am Mittwoch bekanntgab. Im Jahr davor waren es erst 57 Prozent. In zwei Jahren will Otto acht Milliarden Euro Umsatz via Internet erwirtschaften.

Eine Zielmarke für den Onlineanteil nannte Vorstandschef Hans-Otto Schrader nicht. Otto investiert bis 2015 rund 300 Millionen Euro in den Handel über das Internet. Dadurch wollen die Hamburger ihre Position als Nummer zwei hinter dem Giganten Amazon behaupten und aufstrebende Konkurrenten wie das Modehaus Zalando auf Distanz halten.

Vom wachsenden Onlinegeschäft profitiert auch die Logistiktochter Hermes, die die im Internet georderten Waren zu den Kunden bringt. Der Umsatz der Service-Sparte, in der Otto Hermes führt, kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Insgesamt stieg der Umsatz der weltweit tätigen Gruppe mit Marken wie Otto, Baur, Schwab und Crate & Barrel um 1,8 Prozent auf zwölf Milliarden Euro. Allerdings wurde das Wachstum durch den starken Euro gebremst. Der Gewinn sprang um 23 Prozent auf 179 Millionen Euro, weil Otto von niedrigeren Steuern und einer günstigen Refinanzierung profitierte.

„Das kostet ’n Arsch voll Kohle, aber lohnt sich.“
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Qualität von Onlineshops

Das Institut für Handelsforschung (IFH) und der Logistiker Hermes befragten 10.248 Konsumenten zur Qualität von Onlineshops. Bei jedem der 105 Onlineshops aus 13 Branchen wurden rund 100 Kunden kontaktiert. Die Studie bildet die Grundlage für den Deutschen Online-Handels-Award, der am Mittwoch auf dem vom Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt veranstalteten Kongress "Online-Handel 2014" vergeben wurde.

Bewertung: Um die Zufriedenheit der Kunden zu ermitteln, wurden diese beispielsweise gefragt, wie sie Webseitengestaltung, Benutzerfreundlichkeit, Sortiment, Preis-Leistungs-Verhältnis, Service, Bezahlung sowie Versand und Lieferung beurteilen.

Den vollständigen Artikel aus dem Handelsblatt mit zahlreichen Grafiken finden Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Panorama Berlins.Oliver Panorama Berlin trade fair
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Platz 10: s.Oliver

Mode boomt im Netz, das zeigt die IFH-Studie. Erstmals ist Mode vor Büchern und digitalen Medien die Warengruppe, die am häufigsten im Internet gekauft wird. Auch geben die Deutschen immer mehr Geld online für T-Shirts und Hosen aus. "Der Modemarkt im Netz wird in Zukunft noch stärker beackert", so IFH-Leiter Hudetz.

Strauss
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Platz 9: Strauss Innovation

Händler wie Strauss Innovation mit Läden und Onlineshop kämpfen an mehreren Fronten: Denn bei jedem Euro, der vom Geschäft ins Internet wandert, sinkt die Flächenproduktivität - selbst wenn dieser im eigenen Onlineshop landet, sagen Experten. Jedes Produkt, das im Laden verkauft wird, muss also eineinhalb Vertriebskanäle finanzieren.

(Bild: Screenshot Homepage)

Deichmann
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Platz 8: Deichmann

Die Deutschen bestellen im großen Stil Schuhe im Internet. Davon profitiert auch der Anbieter Deichmann, der mit Zalando einen starken Gegenspieler im Netz hat. Allerdings hat es Zalando nicht in die Top-Ten der beliebtesten Online-Shops geschafft.

huGO-BildID: 14774105 Globetrotter, Köln
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Platz 7: Globetrotter

Auch klassische Einzelhändler wie der Outdoor-Ausrüster Globetrotter holen im Netz stark auf. Das beweist: Der Händler, der das Onlinegeschäft ernst nimmt und nicht als notwendiges Übel betrachtet, hat auch im Netz Chancen.

Javari
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Platz 6: Javari

Nie gehört? Javari ist ein Ableger aus dem Hause Amazon und hat sich auf den Online-Verkauf von Schuhen spezialisiert.

(Bild: Screenshot Homepage)

Fressnapf
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Platz 5: Fressnapf

Wer viel Geld in die Hand nimmt, hat gute Karten im E-Commerce. Vor gut einem Jahr brachte es Torsten Toeller, Gründer und Chef von Fressnapf, auf den Punkt: "Ein Onlineshop reicht nicht, wir müssen das ganze Unternehmen digitalisieren. Das kostet ’n Arsch voll Kohle, aber lohnt sich."

(Bild: Screenshot Homepage)

Die Unternehmensberatung Booz & Company geht davon aus, dass im Jahr 2020 fast ein Drittel aller Modeartikel, Unterhaltungselektronik und Möbel in Deutschland online gekauft wird. 2012 waren es erst 13 Prozent. Gleichzeitig nehmen Experten zufolge die Besuche in stationären Läden dramatisch ab. Vor allem kleinere Geschäfte in den Innenstädten müssen deshalb aufgeben.

Otto setzt indes weiter auch auf den stationären Handel, der mit 1,1 Milliarden Euro gut zehn Prozent des Einzelhandelsumsatzes ausmacht. Auch an den gedruckten Katalogen, mit denen das 1949 gegründete Familienunternehmen groß geworden ist und die noch für fast ein Drittel des Einzelhandelsgeschäfts stehen, will Otto festhalten. Es sei nicht geplant, aus dem Kataloggeschäft auszusteigen, betonte Schrader. Er machte aber klar, dass der Anteil weiter schrumpfen werde.

Zugleich nimmt der Kampf um Marktanteile im Internet zu. Schrader räumte ein, dass das Geschäft im März und April - den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2014/2015 - „verhalten“ gestartet sei. Grund sei auch der aggressive Wettbewerb durch Amazon und Zalando. Maßgeblichen Einfluss habe jedoch die Ukraine-Krise gehabt, die auf die Konsumstimmung schlage. Wegen der politisch angespannten Lage verzichtet das Management zudem auf eine konkrete Prognose für das laufende Jahr. „Wir betrachten das schon mit Sorge“, sagte Schrader mit Blick auf den Konflikt mit Russland.

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