Umbau des Waldorf Astoria „Wir werden die Präsidenten vermissen“

Das legendäre New Yorker Luxushotel Waldorf Astoria schließt für einen grundlegenden Umbau. Viele Hotelzimmer werden in Wohnungen umgewandelt. Mehr als tausend Kellner, Türsteher und Zimmermädchen verlieren ihren Job.
Kommentieren
Thales Cadet hat zwölf Jahre lang die Gäste am Waldorf Astoria empfangen. Jetzt schließt das New Yorker Luxushotel. Den ehemaligen Mitarbeitern winkt eine hohe Abfindung. Quelle: AP
Waldorf Astoria

Thales Cadet hat zwölf Jahre lang die Gäste am Waldorf Astoria empfangen. Jetzt schließt das New Yorker Luxushotel. Den ehemaligen Mitarbeitern winkt eine hohe Abfindung.

(Foto: AP)

19 Jahre hat Lydia Koufie als Zimmermädchen im Waldorf Astoria gearbeitet. In dem legendären Luxushotel in New York hat sie sich um die „Ambassador Suites“, prunkvolle und weiträumige Zimmer, die vor allem von Berühmtheiten und Reichen gemietet worden sind, gekümmert. „Wir werden die Präsidenten vermissen, die immer gekommen sind“, sagt Koufie.

Ab März hat die Amerikanerin keinen Job mehr. Das Fünf-Sterne-Haus wird jetzt geschlossen. Jeder US-Präsident bis auf Donald Trump hat dort geschlafen, Zsa Zsa Gabor heiratete Conrad Hilton, Marlene Dietrich trat im Frack beim Pariser Ball auf, Frank Sinatra prügelte sich in der Bar mit einem Fan. Aber seit einigen Jahren wird das 1931 eröffnete Waldorf Astoria seinem Namen nicht mehr gerecht. Jetzt wird das Hotel bis 2020 für rund eine Milliarde Dollar saniert.

New Yorks Ikone gönnt sich eine Schönheitskur
Waldorf Astoria in New York
1 von 11

Als das Waldorf Astoria in New York 1931 eröffnet wurde, war das Präsident Herbert Hoover eine Radioübertragung aus dem Weißen Haus wert. Das Hotel sei „ein Maßstab für die Macht, Komfort und Kunstfertigkeit einer wachsenden Nation“, sagte er. Mehr als 2000 Gäste lauschten der Rede an der Fifth Avenue. Der Name Astoria geht auf den Vorfahren der Gründer Johann Jakob Astor zurück, der 1763 im badischen Walldorf geboren wurde und in Amerika durch Pelzhandel, Porzellanhandel und Immobilienspekulationen zum reichsten Mann seiner Zeit wurde.

Eingang an der Park Avenue
2 von 11

Das Waldorf Astoria ist aus New York nicht mehr wegzudenken. Jeder US-amerikanische Präsident schlief dort, Zsa Zsa Gabor heiratete Conrad Hilton, Marlene Dietrich trat im Frack beim Pariser Ball auf, Frank Sinatra prügelte sich in der Bar mit einem Fan.

Sonntagsbrunch
3 von 11

In dem Vorgängerhotel erfand der Schweizer Maître d'Hôtel Oskar Tschirky den Waldorf-Salat und „Eggs Benedict“ – pochierte Eier auf Röstbrot, die zu einem typisch amerikanischen Brunch gehören.

Grand Ballroom
4 von 11

Ausgefranste Teppiche, alte Badezimmer, blinde Fenster – seit einiger Zeit konnte das Waldorf Astoria allerdings nicht mehr seinem Namen gerecht werden.

Lobby
5 von 11

Jetzt schließt das Hotel, um bis 2020 für rund eine Milliarde Dollar kernsaniert zu werden. Die letzten Gäste sollen im Frühjahr 2017 empfangen werden. Noch ist die Entscheidung nicht offiziell, berichtet das „Wall Street Journal“.

Silver Corridor
6 von 11

Im vergangenen Jahr kaufte die Anbang Insurance Group das Gebäude für 1,95 Milliarden Dollar – der höchste jemals für ein Hotel gezahlte Preis.

Grand Suite
7 von 11

Das chinesische Unternehmen plant, rund zwei Drittel der insgesamt 1.413 Hotelzimmer in Privatwohnungen mit Hotelservice zu verwandeln. Nach Abschluss der Sanierung stehen nur noch 300 bis 500 Zimmer für herkömmliche Gäste zur Verfügung.

Vor zwei Jahren kaufte die Anbang Insurance Group das Gebäude für 1,95 Milliarden Dollar. Das chinesische Unternehmen plant, rund zwei Drittel der insgesamt 1.413 Hotelzimmer in Privatwohnungen mit Hotelservice zu wandeln. Die Art-Deco-Außenfassade, Ballsäle und die opulente Lobby mit der berühmten „World's Fair Clock“ stehen unter Denkmalschutz und bleiben erhalten.

Mit der Sanierung verlieren weit mehr als tausend Mitarbeiter ihre Arbeitsstelle. Tragisch, aber vorerst nicht existenzbedrohend ist der Jobverlust für die zahlreichen Kellner, Türsteher oder Zimmermädchen nicht. Die lokale Gewerkschaft „New York Hotel and Motel Trades Council“ hat hart mit den chinesischen Investoren, die die insgesamt 149 Millionen Dollar Ablöse zahlen, verhandelt. Damit erhält jeder Angestellte im Schnitt 142.000 Dollar. Wer lange dabei war, kann sogar wohlhabend werden. Der Gewerkschaft zufolge erhält ein Mitarbeiter die höchste Abfindung in Höhe von 656.410 Dollar.

Startseite

Mehr zu: Umbau des Waldorf Astoria - „Wir werden die Präsidenten vermissen“

0 Kommentare zu "Umbau des Waldorf Astoria: „Wir werden die Präsidenten vermissen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%