Umflaggung von Filialen: Rewe verpasst sich Einheitsnamen

Umflaggung von Filialen
Rewe verpasst sich Einheitsnamen

Alle 2500 Supermärkte des Lebenmittel-Konzerns Rewe tragen künftig einen einheitlichen Namen. Statt einer Ansammlung verschiedenster Marken gibt es nur noch „Rewe“ – mit einer Ausnahme.

HB KÖLN. Alle Supermärkte des Konzerns würden künftig den Namen „Rewe“ tragen, teilte das Unternehmen am Montag in Köln mit. In der Vergangenheit hatte der Konzern seine Geschäfte unter einer Vielzahl verschiedener Namen wie Minimal, Otto Mess, HL oder Stüssgen betrieben. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen um den künftigen gemeinsamen Namen gegeben. Zwischenzeitlich waren nur noch „Rewe“ und „Minimal“ im Rennen.

Bislang liefen die vom Konzern in Eigenregie betriebenen Lebensmittelfilialen vor allem unter dem Markennamen Minimal. Die selbstständigen bundesweit mehr als 1000 Händler der Genossenschaftsgruppe führten ihre Geschäfte unter dem Namen Rewe. In der zweiten Jahreshälfte 2006 endet dieses Namenswirrwarr.

Der seit April vergangenen Jahres amtierende Vorstandssprecher Achim Egner verkündete am Montag in Köln eine tiefgreifende Strukturreform des genossenschaftlich organisierten Handelsriesen, der 2004 auf einen Umsatz von 40,8 Mrd. Euro kam und 265 000 Menschen beschäftigt. „Oberstes Ziel ist es, die Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens nachhaltig zu steigern,“ kündigte Egner an. Bei der Finanzierung verfolge Rewe weiter eine konservative Strategie, bei der das Wachstum aus dem Cashflow finanziert werden solle.

Parallel zur Umflaggung der Supermärkte will Europas drittgrößter Lebensmittelhändler die Discount-Tochter Penny ausbauen. Diese behält ihren Namen. Hier sind in diesem Jahr bis zu 150 Neueröffnungen geplant. Außerdem solle der Anteil der Eigenmarken im Sortiment der Supermärkte merklich erhöht werden auf 40 Prozent von derzeit nur 15 Prozent. Die Rendite bei Eigenmarken liegt branchenweit meist deutlich über der von Fremdmarken.

Der neue Rewe-Chef Achim Egner kündigte bei der Vorstellung der künftigen Strategie des Handelsriesen gleichzeitig einen verstärkte Internationalisierung des Konzerns an. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz soll von derzeit 32 Prozent bis 2015 auf bis zu 60 Prozent steigen. „Expandieren werden wir insbesondere in Osteuropa, unter anderem in Russland“, betonte das für das Auslandsgeschäft zuständige Vorstandsmitglied Alain Caparros in einem vorab verbreiteten Manuskript. Ziel sei in jedem Land eine Position unter den drei größten Anbietern. „Dort, wo dies nicht möglich ist, werden wir handeln“, sagte Caparros.

Das Touristikgeschäft mit den Marken ITS, Dertour, Jahn-Reisen, ADAC-Reisen, Meier's Weltreisen und Tjareborg definiere Rewe künftig als Kerngeschäft, unterstrich Touristikchef Norbert Fiebig. Dabei strebe die so genannte Bausteintouristik die Preisführerschaft an. Der drittgrößte deutsche Reiseveranstalter will den Direktvertrieb über das Internet systematisch ausbauen.

Geschäftszahlen für das Jahr 2005 will Rewe am 3. April vorlegen.

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