Umfrage
Bio bei jungen Leuten immer beliebter

Immer mehr junge Menschen greifen beim Einkauf zu Bio-Produkten. Besonders beliebt ist Bio made in Germany, so eine Studie der Regierung. Bleibt die Frage, woher die ganzen Bio-Ware kommt, die zusätzlich gebraucht wird.
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Berlin, DüsseldorfBio-Lebensmittel werden bei jungen Leuten laut einer Umfrage zusehends beliebter. Inzwischen kaufen 23 Prozent der unter 30-Jährigen häufig Produkte aus ökologischem Anbau, wie eine am Montag vorgelegte Studie im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums ergab.

Das sind neun Prozentpunkte mehr als bei einer Befragung im vergangenen Jahr. Bei älteren Verbrauchern gab es dagegen einen Rückgang. Unter Verbrauchern zwischen 50 und 59 Jahren greifen nun 19 Prozent oft oder ausschließlich zu Bio-Waren nach zuvor 26 Prozent. Wichtigster Grund für Bio-Käufe ist demnach erstmals die regionale Herkunft von Produkten. Befragt wurden im Mai 1002 Bundesbürger ab 14 Jahren.

Insgesamt sind Biolebensmittel bei den deutschen Verbrauchern nach wie vor sehr beliebt: 22 Prozent der Befragten kaufen häufig oder ausschließlich Biolebensmittel, 52 Prozent gelegentlich. Dafür greifen sie auch gerne tiefer in die Tasche. So sind laut Studie drei von vier Befragten bereit, für Lebensmittel aus regionaler Erzeugung einen höheren Preis zu bezahlen. Das gilt auch für jüngere Konsumenten, größere Haushalte und Geringverdiener, wenn auch in einem geringeren Maße.

„Bio liegt weiter voll im Trend. Die Menschen schätzen die Qualität und den Geschmack der Produkte, aber auch die besonders nachhaltigen Erzeugungs- und Verarbeitungsprozesse und die Verlässlichkeit des Kontrollsystems“, sagte Bundesministerin Ilse Aigner am Montag bei der Vorstellung der Studie.

Besonders häufig greifen die Deutschen bei Obst und Gemüse zu ökologischen Produkten, gefolgt von Eiern, die 2012 in der Auflistung der beliebtesten Warenkategorien führend waren. Auf den weiteren Plätzen folgen Kartoffeln, Milchprodukte und Brotwaren.

Als wichtigsten Grund für den Kauf von Bioprodukten geben die befragten Käufer von Biolebensmitteln die regionale Herkunft an, gefolgt von artgerechter Tierhaltung und einer möglichst geringen Schadstoffbelastung. Obwohl die meisten Bioprodukte immer noch in den gewohnten Einkaufsstätten wie dem Supermarkt gekauft werden, geben immer mehr Biokäufer an, am liebsten direkt beim Erzeuger - zum Beispiel im Hofladen oder beim Landwirt im Ort - einzukaufen. Das legt den Schluss nahe, dass die Menschen die Vorteile kurzer Wertschöpfungsketten erkennen und den hohen Frischegrad schätzen.

Ein Trend, den auch die Regierung unterstützt. So will Aigner mit dem neuen „Regionalfenster“ für Lebensmittel regionalen Erzeugern künftig ein Instrument an die Hand geben, um die regionale Herkunft ihrer Produkte klar und verlässlich zu deklarieren und sich so von anderen Bewerbern abzuheben. „In den regionalen Märkten steckt ein großes Potenzial, das gerade auch die heimischen Biolandwirte für sich nutzen sollten“, so Aigner. „Es muss das Ziel sein, möglichst viele Bioprodukte regional zu erzeugen und damit auch weite Transportwege zu vermeiden.“

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Immer mehr Bio-Produkte aus dem Ausland

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  • Wir Deutschen sind leider nicht bereit, gutes Geld für gute Ware zu bezahlen, wenn es um Lebensmittel gibt. Hier in den USA kann man im Bioladen eine handgemachte Bio-Pizza kaufen, die kostet 12,99 USD und schmeckt hervorragend und ist ihr Geld wert. Welcher Biomarkt würde eine Tielfkühlpizza für fast 10 Euro anbieten? Niemand, denn alles was über 3-4 Euro kostet, wird vom Konsumenten nicht gekauft. Essen ist anscheinend bei uns Nebensache. Ich kaufe für teures Geld gutes Öl für mein Auto, denn es soll ja gepflegt werden, ich bin aber nicht bereit, gutes Geld für gutes Speiseöl auszugeben. Das ist paradox aber wahr.

    Daher ist es zu begrüßen, wenn junge Menschen bereit sind, für Bio etwas mehr auszugeben, auch wenn man nicht automatisch gesünder lebt, nur weil man Bio kauft. Aber für unsere Zukunft und Umwelt ist es wichtig.

  • @Alex

    Sehe ich ähnlich. Es gibt gute Argumente weg von intensiv-industrieller Nahrung. Neben den ganzen Geschmacks-, Gesundheits- und Gewissensfragen wird aber oft der volkswirtschaftliche Aspekt vergessen. In einer weitestgehend gesättigten Wirtschaft in der quantitatives organisches Wachstum und ein "mehr aus weniger" kaum noch (ohne Gelddruck- oder Chemie-Doping) möglich ist, ist es nicht nur eine Frage des Zeitgeistes neue Formen des qualitativen Wachstums zu erschließen. Wenn die jungen Leute bereit sind mehr für "bessere" Lebensmittel (oder auch Energie!) auszugeben, ist das auch volkswirtschaftlich eine sinnvolle Enwticklung! Diese grundsätzlich-strategische Dimension schließt natürlich ein Hinterfragen im Detail, ob alles, was unter Bio verkauft wird, wirklich besser ist, nicht aus.

  • Über die vielen Anti-Bio-Kommentare im HB wundere ich mich immer wieder.

    Durch Intensivtierhaltung und Turbomast müssen Tiere unsäglich leiden. Eine maximale Menge an Fleisch, Milch und Eiern soll so schnell und billig wie möglich produziert werden. Siehe www.wiwo.de/technologie/ernaehrung-tiere-muessen-industriemuell-fressen-seite-all/5154418-all.html : „Diese auf Höchstleistung getrimmten Kühe können sich nach drei Jahren kaum noch auf den Beinen halten" ...

    Das Tiermehl-Verbot wird wieder gelockert und Tiere werden mit Gensoja gefüttert ohne dass das auf den Endprodukten für den Verbraucher ersichtlich ist (dank einer Schwachstelle in der Kennzeichnungsverordnung der EU) - siehe www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/nicht-gekennzeichnet-lebensmittel-kommen-haeufig-von-mit-gensoja-gefuetterten-tieren/7031990.html


    Das alles sollte Grund genug sein auf Bio-Produkte zurückzugreifen.

    Zum Glück gibt es wenigstens unter der jungen Generation immer mehr Konsumenten, denen der Respekt vor Tier und Umwelt wichtiger ist als ein paar Cent mehr im Geldbeutel zu haben...

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