Umfrage
Eurokrise treibt Dienstleister ins Minus

Die Service-Firmen der Euro-Zone müsse das zweite Auftragsminus in Folge verkraften. Die Geschäftsaussichten der Dienstleister sind laut einer Umfrage so schlecht wie zuletzt im April 2009.
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BerlinDie Konjunkturflaute in der Euro-Zone macht den Dienstleistern immer mehr zu schaffen. Der Service-Sektor schrumpfte im September erstmals seit über zwei Jahren, wie am Mittwoch aus einer Markit-Umfrage unter 2000 Firmen hervorgeht.

Am stärksten abwärts ging es in Italien und Spanien, wo die Sparpakete und die Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung die Binnennachfrage dämpfen. „Die Malaise hat jetzt auch die Kernländer erfasst“, betonte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. In Deutschland schrumpfte der Sektor erstmals seit Juli 2009 und in Frankreich meldeten die Unternehmen nur noch ein mageres Plus.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Währungsraum sank nach endgültigen Berechnungen um 2,7 auf 48,8 Punkte und fiel damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Die Firmen verzeichneten erneut ein Auftragsminus.

„Der beschleunigte Rückgang beim Neugeschäft deutet darauf hin, dass die Schwäche auch in den kommenden Monaten anhalten könnte“, betonte Williamson. „Am augenfälligsten wird die Nachfrageschwäche bei den Angebotspreisen, die erstmals seit Januar im Durchschnitt wieder reduziert werden mussten.“ Dies dämpfe zwar die Inflation, doch sei der Nachfrageausfall auch in den Kernländern kein gutes Vorzeichen für das vierte Quartal.

Wegen der eingetrübten Konjunkturperspektiven blicken die Firmen so skeptisch in die Zukunft wie zuletzt im April 2009 mitten in der Rezession. Da auch die Industrie schwächelt, schrumpfte die gesamte Privatwirtschaft in Euroland im September erstmals seit Juli 2009. Der Markit-Composite-Index sackte um 1,6 auf 49,1 Punkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umfrage: Eurokrise treibt Dienstleister ins Minus"

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  • Unrecht Gut gedeiet nicht.

    Ich weiss, wie sehr die Angestellten der Dienstleistungsbranche im "Aufschwung" zu leiden hatten unter immer extremeren Arbeitszeiten bei immer dichterer Vertaktung und kaum steigenden Nominalloehnen.

    Viele MA koennen jetzt wohl einer angenehmeren Zukunft entgegensehen.

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