Umfrage von Handelsblatt und Dialego: Discounter dürfen mit kräftigem Wachstumsschub rechnen

Umfrage von Handelsblatt und Dialego
Discounter dürfen mit kräftigem Wachstumsschub rechnen

Deutschlands Discount-Supermärkte können im laufenden Jahr mit einem kräftigen Wachstumsschub rechnen. Wie das Aachener Marktforschungsinstitut Dialego im Auftrag des Handelsblatts herausfand, wollen 21 % der Verbraucher in diesem Jahr öfter bei Aldi & Co. einkaufen. Nur 1 % der rund 1 000 Interviewpartner gab an, künftig seltener bei den Billigheimern vorbeizuschauen.

cs DÜSSELDORF. Für die traditionellen Supermärkte dürfte dies eine überraschende Hiobsbotschaft sein. Denn im vergangenen Jahr schien der Boom der schmucklosen Einkaufsstätten mit schmalem Sortiment deutlich abzuflachen, wie die Zahlen der Nürnberger Marktforschung GfK belegen: Waren die Discounter 2002 in einem stagnierenden Gesamtmarkt um 10 % gewachsen, legten sie 2003 nur noch um 6 % zu – wobei auch die übrigen Supermärkte 1,8 % an Umsatz gewannen.

Die neuen finanziellen Belastungen im Gesundheitswesen und die Unsicherheit über die tatsächlichen Entlastungen durch die Steuerreform treiben die Kunden nun offenbar wieder verstärkt zu günstigeren Anbietern. Über 20 % der Verbraucher, so die Ergebnisse der Dialego- Umfrage, wollen 2004 mehr No- Name-Artikel kaufen als im Vorjahr. Nur 3,4 % planen dagegen die Rückkehr zu den meist teureren Markenartikeln.

Bevorzugter Discounter bleibt dabei Aldi. Die Läden der Albrecht- Brüder favorisieren 47,5 % aller Deutschen, wie die Handelsblatt/ Dialego-Studie ermittelte. Verfolger Lidl, der im vergangenen Jahr mit 12 % doppelt so schnell wuchs wie der Discount-Marktführer, kam bei der Umfrage nur auf eine Reichweite von 26,9 %. Weit abgeschlagen sind der Rewe-Discounter Penny (8,4 %), Tengelmanns Billigschiene Plus (7 %) und die Spar-Filialkette Netto (4,4 %). Ebenfalls beachtlich: Nur jeder Hundertste gab an, niemals beim Discounter zu kaufen.

Fast jeder dritte Befragte gab dagegen an, in den Billigläden den gesamten Einkaufsbedarf zu decken. Dass die üblichen Discounter dabei lediglich 600 bis 1 200 Artikel in ihrem Sortiment führen, während großflächige SB-Warenhäuser bis zu 18 000 bieten, stört offenbar nur wenige. Entsprechend zugenommen hat das Interesse der Discount- Kunden an Aktionsware wie Kochbüchern, Kinderkleidung, Heizdecken und Heimcomputern. Jeder zehnte Befragte gab an, Discountgeschäfte vorwiegend wegen dieser so genannten Non-Food-Artikel aufzusuchen.

Kerngeschäft bleibt allerdings weiterhin der Lebensmittelhandel. Er gilt 58 % der Deutschen als Hauptgrund für den Besuch beim Discounter – männlichen Kunden stärker noch als weiblichen.

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