Umkämpfter Drogeriemarkt
„Schleckers Modell ist nicht wettbewerbsfähig“

Schlecker betrachtet sich als "unangefochtener Marktführer unter den Drogeriemärkten in Deutschland". Aber die Konkurrenten setzen dem Riesen aus dem baden-württembergischen Ehingen heftig zu, insbesondere die beiden direkten Verfolger DM und Rossmann. Handelsexperten sehen Schlecker mit ernsthaften Problemen konfrontiert.

DÜSSELDORF. Schleckers Umsatz in Europa steigt seit 2003 nur noch langsam und liegt laut Unternehmensangaben aktuell bei 7,42 Mrd. Euro. Die Verfolger wachsen wesentlich schneller. So steigerte DM seinen Konzernumsatz in den vergangenen drei Geschäftsjahren stets im zweistelligen Prozentbereich. Im Geschäftsjahr 2007/08, das am 30. September endete, lag er bei 4,71 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2008/09 meldete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rossmann hat am heutigen Mittwoch detaillierte Geschäftszahlen für das Jahr 2008 vorgelegt. Demnach ist der Gruppenumsatz um 21,5 Prozent auf 3,85 Mrd. Euro gestiegen.

Noch schlechter sieht es für Schlecker auf dem deutschen Markt aus, wo DM und Rossmann im zweistelligen Prozentbereich zulegen. Schlecker veröffentlicht traditionell keine Umsatzzahlen für Deutschland. Experten müssen daher selbst nachrechnen: "Nach unseren Recherchen schrumpft der Umsatz in den bisherigen Schlecker-Verkaufsstellen in Deutschland jährlich um sechs bis zehn Prozent", sagte Achim Neumann von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Gespräch mit Handelsblatt.com.

Das könne auch die Eröffnung von schätzungsweise 20 XL-Läden mit 600 bis 1 000 Quadratmeter Verkaufsfläche im ersten Quartal 2009 nicht ausgleichen - "selbst wenn dort endlich auch die Mutter mit Kinderwagen durch die Gänge passt", wie der Gewerkschafter lästert. Von Schlecker war keinerlei Stellungnahme zu erhalten.

Sehr hart fällt das Urteil von James Bacos aus. Der Handelsexperte und Partner der Unternehmensberatung Oliver Wyman in München sagte Handelsblatt.com: "Schlecker hat ein Geschäftsmodell, das nicht wettbewerbsfähig ist." Denn heute gebe es für Kunden - anders als früher - etliche Alternativen zu Schlecker.

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