Umsatz auf dramatischer Talfahrt
Italiener stellen drei Viertel der Standorte zum Verkauf

Italiens größter Bekleidungshändler, die börsennotierte Gruppo Coin, zieht Konsequenzen aus seinem Deutschland-Desaster. Wie das Unternehmen gegenüber dem Handelsblatt bestätigte, wird sich die Tochter Oviesse in Deutschland bis 2005 von 75 % ihrer Häuser trennen.

cs DÜSSELDORF.Zur Zeit umfasst das Filialnetz 92 Standorte, die unter dem Namen Kaufhalle-, Multistore und Oviesse geführt werden. Von den Plänen seien rund 2 000 von 3 000 Beschäftigten betroffen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Die ursprünglich 98 Kaufhalle-Häuser hatte der mehrheitlich in Familienbesitz befindliche Konzern Anfang 2001 von der Metro-Tochter Divaco erworben. Da bereits die Kaufhalle jahrelang hohe Verlust geschrieben hatte, war der Verkauf zum Nulltarif zustande gekommen. Das Modeunternehmen, das mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,2 Mrd. Euro in Italien größer ist als Benetton, hatte damals allerdings Investitionen von 150 Mill. Euro angekündigt. Mit diesem Geld sollten die maroden Häuser auf das italienische Oviesse-Konzept umgestellt werden, das vor allem preisgünstige Familienmode bietet.

Dem Modekonzern brachte dies nichts: 2002 sank der Deutschland- Umsatz um 36 % auf 267 Mill. Euro – vor dem Verkauf hatten die Häuser noch rund 725 Mill. Euro umgesetzt. Im ersten Quartal 2003 ging die Talfahrt weiter. Im Februar 2003, nach nur zehn Monaten Dienstzeit, räumte der ehemalige Karstadt-Manager Dieter von Aspern den Chefsessel bei Oviesse in Köln. Inzwischen wird das Unternehmen von Franz Hilburger und Thomas Helmreich geführt.

Auch das italienische Mutterhaus, das seinen Verlust 2002 auf 52,2 Mill. Euro verfünffachte, einigte sich am Wochenende mit den Gläubigerbanken auf einen Sanierungsplan samt Kapitalerhöhung.

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