Umsatz in 2003 um zehn Prozent geschrumpft: Dollar-Schwäche belastet Ahold

Umsatz in 2003 um zehn Prozent geschrumpft
Dollar-Schwäche belastet Ahold

Der schwache Dollar hat den Umsatz des von einem Bilanzskandal erschütterten niederländischen Einzelhandelskonzerns Ahold im Jahr 2003 um gut zehn Prozent auf 56,1 Mrd. € sinken lassen. Ahold macht schließlich zwei Drittel des Umsatzes in den USA.

HB AMSTERDAM. Im vierten Quartal 2003 fiel der Umsatz um 10,8 % auf 12,7 Mrd. €. Ohne die Währungseffekte wären die Umsätze in dem Quartal allerdings um 0,7 % und im Gesamtjahr um 2,7 % gestiegen, teilte Ahold weiter mit. Die Ahold-Aktie notierte am Freitagvormittag nach Vorlage der weitgehend erwartungsgemäß ausgefallenen Zahlen mit 5,66 % im Plus bei 5,97 €. Analysten hatten einen Umsatzrückgang im vierten Quartal auf 12,8 Mrd. € und im Gesamtjahr auf 56,0 Mrd. € erwartet.

Ahold - hinter dem US-Wettbewerber Wal-Mart und der französischen Carrefour der drittgrößte Einzelhandelskonzern der Welt - schockte Anfang vergangenen Jahres Investoren, als es gravierende Bilanzmanipulationen zugab. Vor allem wegen umfangreicher Fehlbuchungen bei der US-Lebensmittelsparte U.S. Foodservice waren Gewinne im Volumen von rund einer Milliarde Euro aufgebläht worden. Als Konsequenz mussten der Konzernchef und der Finanzvorstand gehen. Am Mittwoch hatte die Firma mitgeteilt, dass sich ihr Management wegen der umstrittenen Jahresberichte für die Jahre 1998 bis 2002 auf Antrag von Aktionären vor Gericht verantworten muss.

Ahold kündigte zudem an, das konsolidierte Ergebnis für 2003 am 19. April vorzulegen. Das Unternehmen hatte bereits im November erklärt, es rechne nach einem Nettoverlust von 1,21 Mrd. € 2002 im Jahr 2003 unterm Strich wieder mit einem Plus.

Der Börsenwert des früheren Familienunternehmens, dessen Geschichte bis ins Jahr 1887 zurückreicht, hatte nach Bekanntwerden der Fehlbuchungen 70 % verloren. Über das Jahr 2003 fiel der Aktienkurs um 42 %.

Zur Neuordnung seiner Finanzen hatte Ahold Ende 2003 eine Kapitalerhöhung mit einem Umfang von drei Mrd. € beschlossen und weitere 1,8 Mrd. € an Bankkrediten aufgenommen. Die Aufnahme frischer Mittel ist Teil eines umfassendenden Sanierungsplanes des neuen Firmenchefs Anders Moberg. Dieser sieht auch vor, dass Ahold zum Abbau von Schulden ihre Kosten weiter senken und sich bis 2005 aus Geschäftsaktivitäten, unter anderem in Lateinamerika und Spanien zurückziehen.

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