Umsatz ist im ersten Quartal rückläufig
Eurotunnel fehlt die klare Strategie

Das Management ist neu, die Probleme sind alt. Auch im ersten Quartal des Jahres ist bei Eurotunnel der Umsatz um 4 % auf 188,6 Mill. Euro gesunken, teilte gestern der Tunnelbetreiber mit. Vor allem der Autoverkehr durch den Tunnel war rückläufig.

PARIS. Erst vor zwei Wochen hatten die Kleinaktionäre von Eurotunnel bei einer spektakulären Hauptversammlung das alte Management in die Wüste geschickt. Doch nach der Palastrevolte fragen sich Analysten weiterhin, wie die neue Konzernspitze um Präsident Jacques Maillot die Probleme der hochverschuldeten Gesellschaft in den Griff bekommen will.

Die Skepsis überwiegt: Am Freitag stufte Moody’s sein Rating für einen Teil der Schulden für Eurotunnel herab. Die Analysten von Fitch sprechen von einem „Pyrrhus-Sieg“ der Kleinaktionäre. Auch der Aktienkurs zeugt von Ernüchterung: Derzeit kostet das Papier etwas weniger als 50 Cent; kurz vor der Hauptversammlung hatte die Aktie bei über 60 Cent notiert. Unterdessen wird in Paris darüber spekuliert, dass die französische Staatsbahn SNCF bei der Eurotunnel-Sanierung ins Spiel kommen könnte.

Präsident Jacques Maillot und seine Mitstreiter haben sich zunächst Schweigen auferlegt: „Wir wollen in den kommenden 90 Tagen die Details unserer Strategie ausarbeiten und vorher keine Kommentare mehr abgeben“, sagte der neue Generaldirektor Hervé Huas dem Handelsblatt.

Der neue Vorstand hatte lediglich angekündigt, mit den Banken schnell über eine Umschuldung der rund 9 Mrd.

Euro Verbindlichkeiten zu verhandeln. Ferner will Maillot den französischen Staat ins Boot holen. Zwar verbietet der Gründungsvertrag von 1986 jegliche staatliche Subvention des Tunnelbetreibers. Doch für Maillot ist jeder Vertrag verhandelbar.

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